Stellvertretende Vorsitzende Barbara Brändlein wies in ihrer Begrüßung darauf hin, welche Bedeutung die "Regnitzklause" inzwischen als Begegnungsstätte für Kunst und Kultur gewonnen habe. Der Bamberger Künstler Friedolin Kleuderlein sprach über die Doppeldeutigkeit des Ausstellungstitels "überMalen". Er verwies darauf, dass Christana Siebens Bilder Möglichkeiten der Malerei einerseits rational analysieren, um sie in weiteren ausdrucksbetonten, oft irrationalen Malprozessen zum Teil wieder zu verdecken.

Die Künstlerin setzt, wenn der daraus entstehende Bildkörper es notwendig macht, durch bewusst eingesetzte bildnerische Regeln (Linie, Form, Fläche, Farbenlehre, Licht und Komposition) ein Gegengewicht zur Vorherrschaft des spontanen Malaktes. So verbindet sich ausgeprägte Sinnlichkeit mit geplanten Setzungen, die die Werke in eine malerisch-strengere Ordnung bringen.

Abschließend hob Christiana Sieben die Bedeutung hervor, die die Studien im Fachbereich Fachdidaktik der Kunst an der Universität Bamberg für ihre künstlerische Entwicklung hatten. Dort kam sie zum ersten Mal mit extrem unterschiedlichen Farb-Materialien, dem plastischen Spachteln der Farbe und der damit erzeugten bildlichen Dreidimensionalität in Berührung. Sie arbeitet bevorzugt in Zyklen wie Feuer und Eis, Licht und Schatten, Horizonte, gläserne und organische Räume, um sich mit der bildnerischen Problematik intensiv auseinandersetzen zu können.

So gelingt es ihr, sowohl die Schönheit wie den Zerfall der Welt wie das Werden und Vergehen in ihren Bildern anzudeuten. Mit der feinfühligen musikalischen Begleitung von Susanne Rosiwal-Faigle (Querflöte) und von Horst Faigle (Marimba) erfuhr der Abend eine schöne musikalische Ergänzung.

Die Ausstellung bleibt mindestens bis Ende Februar im SVB und kann dort täglich ab 11 Uhr besichtigt werden.