"Zusammenhanglose Fragen" wären einer gestrigen Zeugin gestellt worden, konstatierte Heinz W. zu Beginn des Verhandlungstags am Mittwoch vor dem Landgericht Bamberg.

Außerdem hielt der Gefäßchirurg (50), der sexueller Übergriffe auf Patientinnen und Mitarbeiterinnen angeklagt ist, einen Kurzvortrag über den Einsatz von Kontrastmitteln bei Ultraschalluntersuchungen. Er sieht offenbar noch große Wissenslücken bei allen anderen Prozessbeteiligten, die nicht wie er Medizin studiert haben.

Bei den Taten, für die sich W. seit 7. April in Bamberg vor Gericht verantworten muss, spielen Ultraschalluntersuchungen an Frauen eine zentrale Rolle.

Strittig zwischen W.s Verteidigung und der Staatsanwaltschaft ist unter anderem die Frage, ob für die Sonografien bei Beckenvenenthrombosen oder dem Verdacht dieser Erkrankung Kontrastmittel gespritzt werden mussten.

W. behauptet dies. Die Anklagebehörde wirft dem Arzt vor, anstelle eines behaupteten Kontrastmittels den Frauen ein Hypnotikum verabreicht zu haben, um sie willenlos zu machen.


Assistenzärztin das Knowhow abgesprochen

Einer Assistenzärztin, deren gestrige Aussage zum Thema Sonografie und Kontrastmittel ihn belastet hat, sprach W. in seiner heutigen Erklärung das nötige Knowhow ab. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft nahm die Frau ausdrücklich in Schutz.

Mehr noch: Oberstaatsanwalt Bernd Lieb ließ erkennen, dass die Aussage der Frau für ihn ganz zentral ist. Er stellte wörtlich fest: "W.s Lügengebäude ist gestern zusammengebrochen."

Die Medien bezichtigte der Angeklagte einmal mehr der Vorverurteilung und sprach von "unwahren Falschmeldungen", die sie veröffentlichen würden.

Der Prozess ist momentan unterbrochen. Das Gericht berät über drei Anträge, die die beide Verteidiger gestellt haben. Die Verhandlung geht am Nachmittag weiter.