Es war die zehnte Ausgabe von Canalissimo. Und ausgerechnet zum runden Geburtstag machte Petrus Freunden der "venezianischen Nacht" einen dicken Strich durch die Rechnung. Groß war die Enttäuschung am 25. Juli für alle, die auf dem Geyerswörth-Steg auf den Beginn des Spektakels warteten und dadurch zeitweise ein Überqueren der Brücke nur mehr im Gänsemarsch möglich machten. Denn aufgrund der starken, immer wieder aufkeimenden Windböen fiel der Programmpunkt buchstäblich ins Wasser.

Sicherheit geht vor

"Es tut uns sehr leid, aber die Sicherheit der auf dem Boot befindlichen Personen geht vor und die ist bei dem Wind nicht gegeben", bedauerte Gondoliere Jürgen Riegel die Entscheidung. Bereits am Nachmittag musste er alle Gondelfahrten einstellen, da der Wind einfach zu heftig und das Wasser damit zu unruhig war. Immerhin wurde die "venezianische Nacht" am Tag darauf nachgeholt.

Ansonsten kam auch die zehnte Auflage von Canalissimo bei den Besuchern gut an. Besonders die ersten beiden lauen Sommerabende zogen Tausende von Menschen an den Kanal. Aber auch am 25. Juli - bei deutlich kühleren Temperaturen und zum Teil stürmischen Böen - war das Wasserfest sehr gut besucht. Vier Tage lang wurde somit zünftig gefeiert.

Gesprächsthema an vielen Tischen war natürlich die Frage, ob das zehnte Canalissimo auch wirklich das letzte gewesen sein soll. "Ich würde es äußerst bedauern. Denn dies ist ein ruhiges, aber auch sehr idyllisches Fest, auf dem man viele Bekannte trifft", meinte Sandra Kaiser. Die Bambergerin trifft sich regelmäßig seit vielen Jahren mit ihren Freundinnen am Alten Kanal und würde Canalissimo schmerzlich vermissen.

Niemals nie sagen

Wie sieht es der hauptverantwortliche Macher des Festes? Hat er inzwischen seine Meinung geändert, um die Tradition vielleicht doch fortzuführen? "Man soll niemals nie sagen, aber ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, das Fest auch im nächsten Jahr wie bisher zu stemmen", sagte Werner Richter. Zumal die Auflagen, aber auch die Kosten immer weiter steigen würden. Er hätte durchaus Verständnis für eine Verlegung der Sperrzeit auf 23 Uhr oder für gewisse Sicherheitsrichtlinien. Aber einige Forderungen der Stadt seien doch schwerlich nachvollziehbar. So müsse er beispielsweise jeweils eine Stunde vor Festbeginn seine Security-Mannschaft bereitstellen. "Hinzu kommt noch, dass zwei Anwohner das Fest massiv torpedieren und von der Stadt unterstützt werden."

So hofft Richter darauf, dass sich aus den Reihen der beteiligten Standbetreiber jemand findet, der das Wasserfest weiterführt. Denkbar wäre die Gründung einer entsprechenden GmbH. Auch würde er sich wünschen, dass sich die Stadt gesprächsbereiter zeige. Es sei denn, man wünsche den Untergang von Canalissimo.

Demnach gibt es derzeit noch durchaus Hoffnung, dass Canalissimo im nächsten Jahr in die elfte Runde geht. Zumal es heuer wieder sehr gut besucht war, es dabei aber keinerlei Probleme oder gar Ausschreitungen gab. "Es macht mir auch immer viel Freude, wenn ich auf der Nonnenbrücke stehe und auf die friedlich feiernden Menschen blicke", resümierte Werner Richter. Genau das habe ihm die letzten Jahre immer wieder Kraft gegeben, weiter zu machen. Ob der Kraftschub auch diesmal ausreicht, bleibt allerdings fraglich.