In diesem Jahr wurde bereits zum achten Mal der C.C.-Buchner-Preis verliehen. In Kooperation mit dem in Bamberg ansässigen Schulbuchverlag und dem Kultur- und Schulservice Bamberg (KS:BAM) galt es die besten Kooperationsprojekte von Kultur und Schule zu finden. Bambergs zweiter Bürgermeister Christian Lange (CSU) und der stellvertretende Landrat Johann Pfister (BBL) würdigten unisono die Leistung aller eingereichten Projekte und das bewundernswerte Engagement der Beteiligten. Zusammen mit dem Verleger Gunnar Grünke zeichneten sie die vier Preisträger aus und überreichten an die restlichen Teilnehmer jeweils Urkunden, eine CD und 80 Euro für eine "Kulturkasse".

Die "Vielfalt und Kreativität der eingereichten Projekte in diesem Jahr" begeisterten nicht nur Nicole Schlosser und Anja Hofmann, vom Kultur- und Schulservice Bamberg. Doch die Umsetzung funktioniert nur durch "das überdurchschnittliche persönliche Engagement der beteiligte Lehrer und Schüler", weit über den normalen Lehr- und Stundenplan hinaus.

Die Bandbreite der Bewerbungen reichte von einer neuen Variante der "Bremer Stadtmusikanten", über die Verlegung von Stolpersteinen, der Beschäftigung mit den Kinderrechten bis hin zu einer Modenschau der besonderen Art. Ein multikulturelles Kochbuch wurde erarbeite, sich mit "Romeo und Julia" beschäftigt, aber auch der Ausbruch des Ersten Weltkriegs und der Holocaust thematisiert.

Das Romeo-und-Julia-Karussell

Alle eingereichten Projekte, ganz unterschiedlich, jedoch alle vielfältig und beeindruckend, insbesondere bei der Umsetzung. Vom "Mehrwert für alle Beteiligten" sprach in diesem Zusammenhang Sebastian Stiller, Lehrer an der Giechburgschule Scheßlitz. Zusammen mit seiner Kollegin Christina Dignath, Theaterpädagogen und Kulturschaffenden konnte bei ihm an der Schule das Projekt "Das Karussell - Romeo likes Julia" umgesetzt werden. 24 Schülerinnen und Schülern wurde der Raum gelassen vom Finden des Themas, über das Erarbeiten des Stücks bis hin zu Aufführung alles selbst zu erarbeiten und zu realisieren. Dies hat sich auch überaus "positiv auf die Atmosphäre und die Stimmung in der Schule" ausgewirkt, weiß Sebastian Stiller zu berichten. "Echt cool" fand es auch die Julia aus dem Stück, im normalen Leben die 14-jährige Michelle, die ganz stolz auf ihre Leistung und es schon sehr aufregend fand "in der Öffentlichkeit zu spielen".

Die Juroren des Preises Carolin Kinnebrock, Wolfgang Burger, Thomas Klischke und Patricia Alberth waren daher nicht zu beneiden um ihr Amt. Hatten sie doch aus den zehn eingereichten Bewerbungen vier Gewinner zu benennen.

Der ersten Preis und 1000 Euro Preisgeld erhielt in diesem Jahr "Ein multikulturelles Kochbuch für Bamberg" des Maria-Ward-Gymnasiums Bamberg, das in Zusammenarbeit mit dem Migranten- und Integrationsbeirat der Stadt Bamberg erarbeitet wurde. Die Laudatorin Patrica Albert sprach von der "immensen Eigeninitiative und der nachhaltigen Wirkung der Projekts". Es entstand ein überaus anspruchsvolles Buch, in dem Menschen aus Bamberg vorgestellt werden, die aus vielen verschiedenen Ländern stammen und ihr persönliches Lieblingsgericht erläutern. Die Schülerinnen entwarfen darüber hinaus das Layout des Buches, kümmerten sich um die Finanzierung, das Marketing und den Verkauf. Gemeinsam wurden sämtliche Rezepte nach gekocht und natürlich zusammen auch gegessen.

Über den zweiten Preis und 500 Euro durfte sich das Sonderpädagogische Förderzentrum Giechburgschule Scheßlitz in Kooperation mit Das Karussell (Sebastian Magnus, Stefanie Schreiber, Christoph Klug) und der Mediengruppe des Clavius-Gymnasiums Bamberg freuen.

Ein ganzes Schuljahr drehte sich alles um Kreativität, künstlerischen Ausdruck und Theater. Die Klassen 6 und 6/7 ließen aus einem "leeren Raum" (dem "Karussell", das sich um sie dreht) nach und nach eine digitalisierte Liebesgeschichte frei nach William Shakespeares Romeo und Julia entstehen. Die beteiligten Schülerinnen und Schüler brachten eigene Ideen ein und entwickelten durch die Beschäftigung mit Sprache, Emotion und Körperausdruck ein Theaterstück mit Gesangs- und Tanzeinlagen. Dieses wurde vor großem Publikum im Juni 2014 in der VHS im Alten E-Werk aufgeführt. Das Bühnenbild wurde durch die Zusammenarbeit mit drei freischaffenden Künstlern aus den Bereichen Graffiti, Weidenflechten und Steinbildhauern selbst gestaltet.

Szenen des Krieges

Mit dem dritten Preis und einem Preisgeld von 250 Euro wurde das Eichendorff-Gymnasium Bamberg und das Projekt "1914 - Es kriegt so schön? Der erste Weltkrieg im Abriss" ausgezeichnet. Am Anfang stand hier das Vorhaben der Theater-AG (Unter-/Mittel-/Oberstufe), an den Schultheatertagen 2014 teilzunehmen. Vorgegebenes Thema war der Erste Weltkrieg. Nach der Auseinandersetzung mit dem Thema wurden zahlreiche Ideen für einzelne Szenen gefunden und konkretisiert, die Dramaturgie und das Gesamtkonzept entwickelt. Den roten Faden bildete die Chronologie der Ereignisse. In Kooperation mit dem E.T.A.-Hoffmann-Theater Bamberg entstand ein Stück, das den Verlauf des Ersten Weltkriegs in 17 Szenen, ausgehend vom Attentat auf das österreichische Thronfolgerpaar, darstellt. Dazu kamen verschiedene Situationen innerhalb der Familie, der Schule, in den Rüstungsbetrieben, im Schützengraben, an der Front oder im Lazarett.

Den mit 750 Euro dotierten Sonderpreis für ihr langjähriges Engagement wurde an Benno Hock (Erlöserschule Bamberg)und Erich Schnee (Heidelsteigschule Bamberg vergeben. Die Jury würdigte damit die Arbeit der Pädagogen und "Väter" des Projekts "Kinder eine Bühne geben - 20 Jahre Schulspieltag für Grund- Mittel- und Förderschulen.

Sehr souverän und mit viel Charme und Witz führten Schülerinnen und Schüler des E.T.A. Hoffmann-Gymnasiums durchs Programm. Gefallen habe auch die kurzen Filmbeiträge, in denen die Bewerbungen dem Publikum vorgestellt wurden. Viele Besucher nutzten darüber hinaus die Möglichkeit, sich bei einer kleinen Ausstellung im Grünen Saal über die einzelnen Projekte zu informieren und mit den Projektteilnehmern ins Gespräch zu kommen. Vielleicht hat der ein oder andere schon Anregungen für eine Bewerbung zum neunten C.C.Buchner-Preis mit nach Hause nehmen können.