"Die sollen nur machen, dann hab ich mal mehr Freizeit!" Elisabeth Hetzel begrüßt es, dass Burgwindheim möglicherweise einen Dorfladen bekommt. Im Moment bekommt der Burgwindheimer in ihrem kleinen Bäckerladen neben Brot und Backwaren eine Vielzahl an Artikeln des täglichen Bedarfs. Dafür steht die 58-Jährige, stundenweise unterstützt durch den Ehemann und ihre drei erwachsenen Kinder, sechs Tage die Woche im Geschäft.

Wenn sich in Sachen Nahversorgung am Ort eine neue Lösung ergebe, dann hätte sie endlich mal mehr Freizeit.
Mit dem Thema Sicherung der Nahversorgung am Ort hatte sich jedenfalls der Marktgemeinderat Dienstagabend zu befassen. In die von Erstem Bürgermeister Heinrich Thaler (CSU) geleitete Sitzung war Hedwig Hilpert aus Aschbach zu Gast. Seit letzten Herbst betreibt sie dort den Dorfladen. Von dem kennt der Bürgermeister sie, erklärte er. Hedwig Hilbert sei nun hier, um ihr Konzept für einen Dorfladen in Burgwindheim vorzustellen. Eine mögliche Immobilie habe man mit der früheren Post an der Hauptstraße bereits gefunden.


Humaner Vermieter

Das gehört dem Markt Burgwindheim und "die Gemeinde ist ein humaner, verlässlicher Vermieter, Parkplätze sind vorhanden", so Thaler weiter. Der zentrale Standort mitten im Zentrum sei wohl geeigneter als ein alternativer auf dem Bahnhofsgelände. Einen Discounter werde man wohl nicht nach Burgwindheim bekommen, zeigt er sich realistisch. Für ihn sei deswegen ein Dorfladen so wie in Aschbach eine tragfähige Lösung.


Hedwig Hilpert stellte sich als gelernte Floristin vor, die zunächst ein halbes Jahr im Aschbacher Dorfladen mitarbeitete bevor sie ihn Oktober letzten Jahres übernahm. Der Dorfladen werde insbesondere von nicht motorisierten älteren Kunden, von Familien ohne zweites Auto aber auch von Aussiedlern und Asylbewerbern genutzt. Sie führe nahezu alle Artikel des tägliche Bedarfs, dazu ein russisches Sortiment und eingeschweißte Fleisch- und Wurstwaren. Nur Babynahrung und Windeln habe sie nicht im Angebot, da sich das nicht rechne. Für die Einrichtung eines Dorfladens in Burgwindheim erachte sie einige Umbauarbeiten als erforderlich. Ganz wesentliche Voraussetzung sei für sie, dass der Laden einen behinderten gerechten Zugang bekomme. Für die Leitung habe sie jemanden an der Hand und würde dann zusätzlich noch ein bis zwei Kräfte aus dem Ort einstellen.

Sollte das Gremium den Dorfladen wollen, benötige sie ein halbes Jahr Vorlaufzeit. Mehrfach betonte Hedwig Hilpert, dass sie keinesfalls in Konkurrenz zu bestehenden ortsansässigen Geschäften treten wolle. Habe sie grünes Licht, würde sie sich deswegen auch mit Backwaren Hetzel in Verbindung setzen und selber keine Backwaren anbieten, so lange es den Bäckerladen gibt. Danach würde sie Bäckereiartikel über Hetzels derzeitigen Aschbacher Bäcker beziehen. Gegebenenfalls würde sie mit dem Dorfladen in Burgwindheim so lange warten, bis Frau Hetzel aufgehört hat.

Dass sie unbedingt eine Konkurrenzsituation vermeiden wollen, machten auch die Wortbeiträge der Ratsmitglieder deutlich. Ansonsten waren die Ausführungen zur Kenntnis zu nehmen und keine Abstimmung nötig.