Von einer "schönen Mischung" hatte Walter Schweinsberg, Geschäftsführer der Mediengruppe Oberfranken, nach der Jury-Sitzung zur Verleihung der Bamberger Bürgernadel gesprochen: Kunst, Soziales, Bildung und Sport seien vertreten. Das war vor wenigen Wochen.

Am Donnerstagabend nun erschienen die fünf Auserwählten im Medienhaus an der Gutenbergstraße, um sich die Bürgernadel an die Revers heften zu lassen: Gottfried Gassmann, Anna Goppert, Magda Greese, Ingrid Huther-Thor und Marga Schütz.

Gottfried Gassmanns (73) Engagement ist sehr vielschichtig - unter anderem bei der Gesellschaft Doppelquartett 1928, dem Polizeisängerchor und dem Sängerkreis Bamberg. Dabei erfüllt er die Vielzahl an Aufgaben, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Beherzt und wenn nötig auch mit deutlichen Worten steht er für seine Werte ein. Seit 2004 ist er Vereinskassier beim Doppelquartett. Er war auch Interimsnotenwart, erfasste den Notenstand neu und katalogisierte ihn. Großes Engagement zeigte er auch bei Konzertreisen und Vereinsausflügen. Im Sängerkreis ist er seit 2006 Kassenprüfer und Vertreter der Bamberger Chöre beim Musikrat Stadt und Landkreis Bamberg.

Anna Goppert (64) hat 1997 die Selbsthilfegruppe Bein- und Gefäßleiden selbst initiiert. Als deren Vorsitzende organisiert sie Fachvorträge, Ausflüge und Besichtigungen. Obwohl sie selbst nicht gesund ist und herbe Schicksalsschläge erleiden musste, hat sie Kraft und Energie, sich für andere Menschen zu engagieren. Aktiv ist sie auch im Selbsthilfebüro der Arbeiterwohlfahrt - zum Beispiel bei den Selbsthilfetagen auf dem Maxplatz, in der Öffentlichkeitsarbeit, der Projektfinanzierung und anderes mehr. Zwei mal wöchentlich hält sie Bewegungskurse im Klinikum am Bruderwald, danach eine Sozialstunde. Anna Goppert ist mit viel Herzblut und Leidenschaft ehrenamtlich engagiert.

Magda Greese (78) wurde 1986 Mitglied im Werkstattrat (jetzt Elternrat) der Lebenshilfe. 1996 wurde sie Schriftführerin - und ist es bis heute geblieben. Für alle behinderten Mitarbeiter, Eltern und Sorgeberechtigten der Lebenshilfe hat sie stets ein offenes Ohr. Jeder kann zu ihr kommen und ihr seine Probleme und auch seine Freuden anvertrauen. Sie organisiert Elternausflüge, Adventsfeiern und anderes mehr, wirkt bei der Vorbereitung und Durchführung von Elternabenden mit und engagiert sich in diversen Arbeitsgruppen. Kürzlich hob sie den "Förderverein zur Unterstützung bedürftiger Menschen mit Behinderung in der Lebenshilfe Bamberg e. V" mit aus der Taufe.

Ingrid Huther -Thor (73 ) hat vor zehn Jahren den Richard-Wagner-Verband Bamberg neu gegründet und ist seit dieser Zeit dessen Erste Vorsitzende. Unzählige Aktivitäten und anregende Impulse für junge und ältere Musikfreunde gehen von ihr aus, so zum Beispiel Kinder-Musikkurse und kostenfreie Opernbesuche für Jugendliche. Jährlich werden von ihr und ihrem Vorstand ein Stipendiat beziehungsweise eine Stipendiatin ausgewählt, die Freikarten für eine Wagner-Aufführung im Festspielhaus Bayreuth erhalten. Auch die Zusammenarbeit mit der Sommer-Oper ist durch die Initiative von Ingrid Huther entstanden, und so erhalten zwei junge Musiker alle zwei Jahre ein Stipendium für Bayreuth.

Marga Schütz (80) ist seit vielen Jahren Schriftführerin des Reha-Behinderten- und Versehrten-Sportvereins und kümmert sich um viele Belange. "Nebenher" hilft sie Mitgliedern, die Schwierigkeiten im Umgang mit Behörden haben, gibt wertvolle Tipps und setzt sich für alle Mitglieder ein. Ebenso gratuliert sie zu allen runden Geburtstagen. Sie organisiert Reisen, die sie für die Teilnehmer intensiv vor- und nachbereitet. Auch die Osteoporose-Wassergymnastikgruppe mit zirka 60 Mitgliedern wird von ihr betreut. Marga Schütz war Mitglied im Fördereinverein "Bambados" und hat bei der Planung die Interessen des Reha-Behinderten-Versehrten-Sportvereins vertreten.

Mit dem "Salz in der Suppe einer Stadt" verglich Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) die neuen Träger der Bamberger Bürgernadel. 48 Mal wurde die Auszeichnung bislang vergeben, an 28 Frauen und 20 Männer.
In jedem Jahr würden 60 bis 100 Persönlichkeiten neu aus der Bevölkerung heraus vorgeschlagen, berichtete MGO-Chefredakteur Frank Förtsch als Gastgeber der Feierstunde.

36 Prozent aller Bundesbürger über 14 Jahren tragen nach seinen Angaben freiwillig Verantwortung für das Gemeinwohl. Deutschland sei damit zwar nicht der "Europameister", liege im europäischen Vergleich aber weit vorne.

Beide Redner hoben die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements hervor. Ohne Menschen wie die neuen Bürgernadel-Inhaber wäre in unseren Städten und Gemeinden das Angebot an kulturellen, wohltätigen und sportlichen Einrichtungen weit geringer. Was Menschen wie sie leisten, könnten Hauptamtliche nie abdecken.

Neue Vorschläge für die nächste Bürgernadel-Verleihung sind ab sofort möglich. Sie sind schriftlich an Stadt Bamberg, Anja Klüser-Macioschek, Rathaus Maxplatz, 96047 Bamberg, E-Mail: anja.klueser@stadt.bamberg.de zu richten.