1,5 Millionen junge Pilgerinnen und Pilger aus mehr als 180 Ländern sollen es gewesen sein, die in der vergangenen Woche vom 26. bis 31. Juli den XXXI. Weltjugendtag in Krakau gefeiert haben. Unter ihnen 280 junge Gläubige aus den Bistümern Bamberg und Eichstätt.

Ihre Eindrücke haben vier Weltjugendtags-Besucher aus dem Bistum Bamberg im folgenden Blog festgehalten:



Sowohl die Jugendlichen als auch die Verantwortlichen ziehen ein rundum positives Fazit vom weltweit größten
Jugendtreffen, das am Sonntag nach sechs Tagen mit dem Abschlussgottesdienst mit Papst Franziskus zu Ende ging, berichtet die Sprecherin vom Diözesenverband Bamberg im Bund der Deutschen Katholischen Jugend, Ann-Kathrin Thönnes in einer Pressemitteilung.

Die Bamberger Delegation hatte bereits eine Woche bei den "Tagen der Begegnung" in Stettin in Westpommern verbracht.

"Eines meiner Highlights war der Eröffnungsgottesdienst", wird Emma Krames (17), die zum ersten Mal bei einem Weltjugendtag dabei war, in der Mitteilung zitiert. "Als ich die vielen Menschen und Flaggen gesehen habe, ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, dass hier wirklich Leute aus der ganzen Welt zusammenkommen, um gemeinsam ihren Glauben miteinander zu feiern." Die Predigten und Ansprachen von Papst Franziskus seien für sie "kritischer als gedacht" und "sehr ergreifend" gewesen.


Andere Kulturen beiten Chancen und sind keine Bedrohung

Während des Weltjugendtags, der unter dem Motto "Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden" (Mt 5,7) stand, hatte der Papst die Jugendlichen immer wieder dazu aufgefordert, sich zu engagieren und es sich nicht als "Couch-Potatos" bequem zu machen. "Wir sind gekommen, um eine Spur zu hinterlassen", ermutigte er die jungen Gläubigen, aktiv zu werden und sich für andere einzusetzen.

Auch sollten sie die der Kulturen nicht als Bedrohung, sondern als Chance begreifen, betonte Papst Franziskus bei der großen Abschlussmesse am Sonntag.

Bereits am Samstag hatten sich hunderttausende junge Menschen mit Isomatten und Schlafsäcken auf den Weg zum "Campus Misericordiae", dem "Feld der Barmherzigkeit", gemacht, um am Abend die Vigil mit dem Papst zu feiern und anschließend unter freiem Himmel zu schlafen.

"Die zwei letzten Tage waren ziemlich anstrengend, aber solche Erlebnisse schweißen zusammen", sagte Felix Moßmeier (22) von der Bamberger Weltjugendtagsgruppe. Von den zwei Wochen in Polen nehme er
viele neue Freunde und ganz neue Eindrücke von Land und Leuten mit nach Hause. "Ich habe eine unglaublich große Gemeinschaft in unserer Gruppe erlebt und gleichzeitig war es cool zu sehen, dass Menschen aus der ganzen Welt das Gleiche glauben", so Felix.


Erzbischof Ludwig Schick feiert mit Jugendlichen in Polen

Begleitet wurde die Bamberger Gruppe von Erzbischof Ludwig Schick, der am vergangenen Freitag gemeinsam mit den Jugendlichen eine Katechese hielt und Gottesdienst feierte.
"Ich habe bei diesem Weltjugendtag besonders intensiv erlebt, dass die jungen Menschen hier gleichzeitig sehr besinnlich und voller Freude sind", sagte Schick. Gerade in einer Zeit, in der sich in der Gesellschaft wieder nationalistische Tendenzen verbreiteten, sei der Weltjugendtag eine wichtige Gegenbewegung und ein Zeichen für ein Miteinander der Kulturen. "Ich hoffe und ich wünsche mir, dass der Weltjugendtag dazu beitragen kann, dass die Eine Welt mehr zusammenwächst und eine Welt des Friedens und der Gerechtigkeit werden
kann", so Erzbischof Schick.

Der Bamberger Diözesanjugendpfarrer Detlef Pötzl bezeichnete den Weltjugendtag als einen "spannenden Mix aus freudigem Event und religiöser Erfahrung". Besonders beeindruckt seien die Teilnehmenden und die Verantwortlichen von der großen Gastfreundschaft in Polen gewesen. "Viele Jugendliche haben ein ganz neues Bild von unserem Nachbarland gewonnen und gleichzeitig neue Formen kennengelernt, den Glauben auszudrücken", sagte Pötzl.

Im Hinblick auf die Kooperation zwischen den Bistümern Bamberg und Eichstätt bei der Organisation und Durchführung der Fahrten zum Weltjugendtag betonte er die gute Zusammenarbeit. Auch vor Ort in Stettin und Krakau sei alles gut organisiert gewesen, bis auf wenige kleinere Verletzungen und Krankheiten habe es keine Zwischenfälle gegeben.
Der Internationale Weltjugendtag findet seit 1984 alle zwei bis drei Jahre statt, der
nächste 2019 in Panama, wie Papst Franziskus zum Abschluss am Sonntag verkündete.