Von A wie Aschenbecher bis Z wie Zapfhahnschilder: Die Liste an Brauereiartikeln ist lang, die Sammler begehren. Günter Ruhland ist einer von ihnen. Der rüstige Bamberger ist schon seit Kindertagen von den Werbemitteln fasziniert.

"Die Leidenschaft hat sich entwickelt als ich noch klein war", erzählt er. "Damals bin ich von Brauerei zu Brauerei gezogen, um zu schauen, ob es vielleicht neue Bierdeckel gibt." Bis heute sei die Begeisterung ungebrochen.
Eine Gelegenheit, seinem Hobby ungeniert zu frönen, bot das Sammlertreffen in Merkendorf, das am Wochenende stattfand. Rund 200 Sammler aus ganz Deutschland kamen in die Brauerei Hummel, um ihre "Schätze" feilzubieten.

Krüge im Süden, Gläser im Norden

Das Sortiment war mit Flaschenöffnern, Kronenkorken und "Bierfilzla" bunt gemischt. Das Tauschtreffen wird vom Internationalen Brauereikultur-Verband (IBV) organisiert und fand bereits zum vierten Mal statt. Mit über 400 Besuchern gehört es zu eines der Beliebtesten in Franken.

"Es gibt hier wahre Raritäten zu sehen", so Ruhland. Ein Bierdeckel von der Brauerei Dötzer in Amlingstadt, die schon vor Jahrzehnten geschlossen habe, ist eines seiner "Highlights". Da es nur noch wenige Untersetzer gebe, seien die verbliebenen sehr wertvoll und mehrere hundert Euro wert. Neben Untersetzern interessiert sich Ruhland vor allem für Bierkrüge.

"Das ist eine Spezialität der Süddeutschen", erklärt Günther Maldaner, Vizepräsident des IBV und ebenfalls passionierter Sammler. "Statt Krüge sind im Norden vor allem Gläser begehrt." Eine weitere Besonderheit der Franken sei, dass diese gern regionale Artikel sammeln. Aus der Mode gekommen sind hingegen die Brauerei-Trucks. "Zwischenzeitlich waren die Spielzeug-Lkw der Renner", so Maldaner. "Aber heute gibt es kaum noch eine Nachfrage."

Statt für Bierdeckel und Krüge interessiert sich Mario Hoppe vor allem für Flaschenetiketten. Der gebürtige Nürnberger ist am Wochenende in Merkendorf, um noch offene Lücken in seiner Kollektion zu schließen. "Das hat sich bei mir zufällig ergeben", erzählt er vom Beginn seiner Sammelleidenschaft. "Weil wir früher auf Arbeit keinen Kühlschrank hatten, haben wir unsere Bierflaschen einfach im Waschbecken gekühlt."

Durch das Wasser lösten sich die Etiketten von den Flaschen und schwammen auf der Wasseroberfläche. "Da dachte ich mir, die könnte man eigentlich sammeln", so Hoppe. Ein Hobby war geboren. Mittlerweile nennt er fast 3000 Flaschenetiketten von verschiedenen Brauereien sein Eigen. Zwei bisher fehlende Aufkleber fand er beim diesjährigen Treffen.

Anpirschen und "zuschlagen"

"Das zu bekommen, was man will, ist aber gar nicht so einfach", sagt Hoppe. "Man muss beobachten, sich anpirschen und im richtigen Moment zuschlagen." Da viele Sammler lieber tauschen statt zu verkaufen, ist Verhandlungsgeschick und ein bisschen Glück unerlässlich.

Seine Leidenschaft sieht Hoppe übrigens auch kritisch: "Hätte ich die Zeit für das Sammeln in Fremdsprachenkurse investiert, könnte ich heute vermutlich fließend Spanisch und Italienisch sprechen." Aber jeder hätte eben seine Macken, sagt er.

Ehefrau unterstützt das Hobby

Auch Gisela Ruhland, die ihren Mann zum Sammlertreffen begleitet, sieht seine Passion manchmal kritisch. "Die sind schon etwas verrückt", sagt sie. Sie selbst könne mit den Werbeartikeln nicht viel anfangen. "Ich kenne mich da auch nicht so gut aus."
Dennoch unterstützt sie das Hobby ihres Mann: "Denn das Gute ist, dass er dann kein Geld mehr für andere Frauen hat", scherzt sie.