"Bei Brotzeiten sind wir flexibel", erklären Metzgermeister Horst Mayer, seine Frau Andrea und Sohn Sebastian immer wieder. Doch bevor weitere Brotzeiten gerichtet werden können, müssen die Baumwipfelpfad-Besucher erst einmal vom Pfad herunter und nach Ebrach hinein kommen, um hier den erwünschten Tourismus- Effekt zu bringen. Auf einen "Dreiklang", wie er es nennt, mit Handthal, Baumwipfelpfad und Ebrach-Besuch müsse man kommen, formuliert Karlheinz Gries vom Romantikhotel Klosterbräu das Ziel.

Mit dem setzt sich die rund 50 Mitglieder starke Ebracher Werbegemeinschaft rund um ihren Vorsitzenden, Bürgermeister Max-Dieter Schneider (CSU) auseinander. Schneider schwebt als Zubringer "eine Art Bähnle" vor. Freilich haben seine Erkundigungen ergeben, dass die Anschaffung im sechsstelligen Euro-Bereich (circa 250 000) liegt.

So sehr Ebrachs Geschäftsleute dem Bau des Baumwipfelpfades positiv gegenüber stehen, so bringt er einigen von ihnen derzeit gewisse Unannehmlichkeiten: Die Erlebnis-Akademie Bad Kötzting, die den Baumwipfelpfad ursprünglich errichten wollte und das Projekt im vergangenen Jahr an die Staatsforsten "übergeben" hat, hatte auch schon ordentlich Werbung betrieben - für einen Baumwipfelpfad in Ebrach, der 2015 eröffnet wird. Deswegen, so fasst der Bürgermeister zusammen, gebe es immer wieder Schwierigkeiten, Touristen die zum Pfad möchten zu erklären, dass es diesen noch gar nicht gibt. "Da muss sich manch einer ganz schön was anhören."

Erste positive Erfahrungen
Dass es auch bei ihm verstärkt Anfragen gebe, bestärkt Hotelier und Gastronom Gries.

Von ersten positiven Erfahrungen hingegen berichtet Theresia Götz. Sie betreibt im Gemeindeteil Hof einen Hühnerhof und vermarktet Produkte über das Nachhaltigkeitszentrum Handthal. So müsse das auch mit dem Baumwipfelpfad, also dem dortigen Gastronomiebetrieb laufen, ist sich die Runde einig.

Wenn es um regionale Produkte geht, dann sollten die Partner aus der Gemeinde Ebrach als Erste gefragt werden, meint Metzgermeister Mayer.

Den Mitgliedern der Werbegemeinschaft sind die Pfad-Berechnungen bekannt, wonach jährlich circa 150 000 Besucher kommen sollen. Bereits jetzt größere Investitionen zu tätigen hält das Gros allerdings für nicht erforderlich. Gries hat Kapazitäten frei, Mayer könnte seinen Betrieb angesichts der Einbettung in ein denkmalgeschütztes Ensemble sowieso nicht erweitern, aber zumindest in Sachen Brotzeit flexibel reagieren. So werden Gries und Mayer ebenso sie wie Bäcker Norbert Sendner und Wolfgang Sahlmüller (seitens der Imker) erst einmal abwarten. Sie setzen allerdings auf die Leiterin des Pfades und eine Kooperation mit ihr. Entscheidend sei das Marketing-Konzept, finden die Geschäftsleute. Wobei es auch dem Bürgermeister um das Schnüren von Paketen geht, bei dem Ebrach immer mit dabei sein muss.

Zum nächsten Treffen der Werbegemeinschaft will man Pfadleiterin Miriam Langenbucher einladen, ein Gespräch mit den Marktgemeinderäten hält Schneider überdies für durchaus sinnvoll.

Kooperation sei das A und O, steht für die in der Gemeinschaft organisierten Gewerbetreibenden fest. Sie erhoffen sich jedenfalls, dass der Baumwipfelpfad dem Ebracher Tourismus weitere Impulse gibt. 20 000 Besucher hat das neue Nachhaltigkeitszentrum, weit über 40 000 besuchen jährlich die Klosterkirche. Das zusammenaddiert plus die Prognosen des Baumwipfelpfades, das sollte doch Potenzial bergen, rechnet Gries vor.

Um sich genauer vorbereiten zu können, regte Ehrenvorsitzender Viktor Fieger an, einmal Gemeinden zu besuchen, die bereits einen Baumwipfelpfad haben, sich mit den dortigen Geschäftsleuten auszutauschen "von deren Erfahrungen können wir profitieren."

Ganz entscheidend sei es, so ist sich der Bürgermeister sicher, Angebote zu schnüren, die Baumwipfelpfad-Besucher "runter in den Ort bringen." Mit Spannung erwarten die Geschäftsleute nun jedenfalls die ersten Gespräche mit der Baumwipfel pfadleiterin.