"Ich muss jetzt was essen", sagt Herbert Hellmuth. Immer noch freundlich, immer noch gut drauf. 48 Kilometer stecken in seinen Knochen. Der Mann steht im Zielbereich am Maxplatz in Bamberg mit einem alkoholfreien Weißbier in der Hand. Er grinst. Aber: Er muss jetzt zum Essensstand.

Kein Wunder, dass ihm der Magen knurrt: Der 46-Jährige hat sich am Sonntag beim Weltkulturerbelauf einer wahren Mammutaufgabe gestellt. Er hatte sich in den Kopf gesetzt, alle sieben Läufe zu schaffen - am Stück. Also: Bambini-Lauf (800 Meter), die Schüler-Läufe (zweimal 1,6 Kilometer und 4,1 Kilometer) sowie die Erwachsenen-Läufe (4,4 Kilometer, 10,9 Kilometer und 21,1 Kilometer), dazu kommen noch die Wege vom Ziel am Maxplatz zum Start an der Weide. Klingt bekloppt? Ist es auch. Sagt selbst Herbert Hellmuth und grinst dabei wieder. "Das war irgendwie so eine Schnapsidee mit dem Orga-Team!"

Ein Spaß für ihn. Der Bamberger genießt den Lauf durch die Weltkulturerbestadt. Seine Liebe zum Domstadt-Lauf hat er bereits bewiesen, indem er das T-Shirt des Weltkulturerbelaufs auf den Mount Everest getragen hat. Deshalb war er vor zwei Jahren beim letzten Rennen nicht dabei. Vor vier Jahren hatte er bereits alle drei Erwachsenen-Läufe geschafft. Und nun hat Herbert Hellmuth wieder eine Marke gesetzt.

Mit viel Routine ins Ziel

Dass es nicht einfach wird, war ihm schon vor dem Start zum Bambini-Lauf um halb zwölf Uhr mittags klar. Beim Wechsel Nach den Schüler-Läufen sieht man zum ersten mal einen verschwitzten Extremsportler am Markusplatz zwischen Ziel und Start. Hellmuth, der erfahrene Sportler, hatte sich mitziehen lassen von der Dynamik der Schüler. Er war viel zu schnell unterwegs.

Doch mit viel Routine hat er es gepackt: Nach einer Zeit von zweieinhalb Stunden beim Halbmarathon steht er endgültig im Ziel. Den 11-Kilometer-Lauf hat er in einer Stunde runtergerissen. Eine beachtliche Zeit. Beim Halbmarathon ging's nicht schneller: "Ab Kilometer 30 heißt es nur noch beißen", sagt Hellmuth.

Die Zeit war ihm ohnehin nicht wichtig: Kurz vor der Ziellinie hebt er die Hände, bleibt kurz stehen und streckt sieben Finger in die Höhe. Dann verschwindet der Rekordmann am Essensstand: "Jetzt tut mir eigentlich alles weh!"