Nein, einen Wutanfall hatte Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) gestern Nachmittag nicht, als er vor dem Rathaus in die Luft ging. Vielmehr besichtigte er die neue Drehleiter der Bamberger Feuerwehr und stieg im Steigkorb in schwindelerregende Höhe empor.

Die "Fahrt" ging dabei vorbei am Fenster zu seinem Vorzimmer im ersten Stock, hinauf zu den Damen der Wirtschaftsförderung im zweiten Obergeschoss und bis unters Dach. "Jede Himmelfahrt ist wunderbar", scherzte er im Nachhinein.


Sinnvolle und wichtige Investition

Zumal, so betonte Starke, er dabei den Vorteil hatte, seinen Mitarbeitern durch das Fenster beim Arbeiten zusehen zu können. "Entgegen eines weitverbreiteten Vorurteils waren aber alle Beamten fleißig, aufmerksam und hochmotiviert. Um das festzustellen, haben wir eigens eine neue Drehleiter angeschafft", flunkerte er.

Ernsthaft hingegen versicherte der Oberbürgermeister, dass die Anschaffung der neuen Drehleiter eine sinnvolle und wichtige Investition in die Sicherheit der Bürger sei. Überhaupt könne Bamberg froh sein, über viele gut ausgebildete und engagierte Feuerwehrleute zu verfügen, die Tag und Nacht ihren Dienst tun. Daher sei die Stadt auch gerne ihrer Verpflichtung nachgekommen, die Feuerwehr mit einer neuen, hochmodernen Drehleiter auszustatten.


30 Meter langer Arm

"Die neue Drehleiter kann bis zu 30 Metern ausgefahren werden. Das Besondere an ihr jedoch sind ihre Flexibilität und ihr schwenkbarer Arm", erläuterte Stadtbrandrat Matthias Moyano. Damit könne man nun künftig auch im engen und schwer zugänglichen Altstadtbereich bestens arbeiten.

Ein weiterer Vorteil an der neuen Drehleiter liegt laut Moyano darin, dass im Korb bis zu vier Personen Platz finden. "So kann im akuten Notfall ein Notarzt bereits im Korb notwendige Rettungsmaßnahmen durchführen", schilderte der Stadtbrandrat.

Auch verfüge die Drehleiter über die neueste Technik. Müssten beispielsweise mehrere Personen aus dem gleichen Fenster gerettet werden, müsse man nur einmal manuell das betreffende Fenster ansteuern. Der eingebaute Computer merke sich danach die genaue Position und könne automatisch auf Knopfdruck erneut das Fenster selbständig ansteuern.

Die Anschaffungskosten für die neue Drehleiter betrugen 580.000 Euro. Dazu erhält die Stadt Bamberg einen Zuschuss von 210.000 Euro. Insgesamt ist die Feuerwehr Bamberg im Besitz von drei Fahrzeugen mit Drehleitern. Die älteste aus dem Jahre 1980 wird nun ausgemustert. Die neue Drehleiter kommt zur ständigen Wache an den Margaretendamm, die bisher dort befindliche geht an die Löschgruppe 4, die für die Innenstadt zuständig ist.