Der "Islamische Staat" oder "Boko Haram" rufen auch hierzulande Schrecken hervor. Dabei geraten Muslime unter den Generalverdacht, überall und mit radikalen Mitteln ihre Religion durchsetzen zu wollen. "Umso wichtiger ist gerade angesichts von Misstrauen und Angst vor dem Islam Dialog und Verständigung", sagt Marion Krüger-Hundrup.

Die Journalistin und Präsidentin der Dominikanischen Laiengemeinschaft am Heilig-Grab-Kloster hat daher mit ihrer Gruppe den öffentlichen Studientag "Herausforderung Islam. Christen und Muslime wagen den Dialog" organisiert. Er findet am 6. Juni statt.

Kooperationspartner sind die Universität Bamberg (Zentrum für interreligiöse Studien) und die Katholische Erwachsenenbildung im Erzbistum Bamberg. "Die konfliktreiche Geschichte der beiden Religionen miteinander wird an dem Studientag nicht ausgeblendet", betont Krüger-Hundrup. Doch es bleibe die Aufgabe von Christen und Muslimen, sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu bemühen und gemeinsam einzutreten für den Frieden und die Freiheit aller Menschen. Dazu wolle der Studientag einen Beitrag leisten.

Zumal für Christen das Dokument "Nostra Aetate" des Zweiten Vatikanischen Konzils maßgeblich sei. Dieses Dokument definiert die Haltung der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen. Über den Islam schreiben die Konzilsväter darin: "Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslime, die den alleinigen Gott anbeten. . ."

Der Studientag im Bistumshaus St. Otto, Heinrichsdamm 32, beginnt um 9.30 Uhr. Der Bamberger Islamwissenschaftler Professor Patrick Franke wird über "Gemeinsamkeiten und Differenzen. Die Geschichte christlich-islamischer Beziehungen" referieren.

Anschließend beantwortet Professor Reza Hajatpour, Lehrstuhl für Islamisch-Religiöse Studien mit systematischem Schwerpunkt an der Universität Erlangen-Nürnberg, die Frage "Ist der Koran wörtlich zu nehmen? Göttliche Offenbarung und Menschenwort". Nach beiden Vorträgen gibt es jeweils die Gelegenheit für Rückfragen, die Publikumsanwalt Michael Kleiner, Weltkirchen-Referent im Erzbischöflichen Ordinariat, bündeln wird.

Nach dem Mittagessen (13.15 Uhr) werden die beiden Professoren gemeinsam mit Erzbischof Ludwig Schick und Pfarrer Konrad Hahn ein Podiumsgespräch starten. Es steht unter dem Motto: "Wie können wir einen neuen Aufbruch zum Frieden erreichen?"

Um 15 Uhr geht es in die Praxis: "Wie kann der christlich-islamische Dialog hierzulande geführt werden? Möglichkeiten und Zumutungen der Integration von Muslimen". Dazu spricht Pfarrer Konrad Hahn, Islambeauftragter a.D. der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck und Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates der Georges-Anawati-Stiftung.

Auch Interessierte, die am Studientag nicht teilnehmen können, sind um 16.30 Uhr zum Friedensgebet in der Kapelle des Bistumshauses eingeladen: Domkapitular Peter Wünsche, Pfarrerin Susanne Wittmann-Schlechtweg, Rabbinerin Antje Yael Deusel und Imam Coskun Sirri Mert werden das Friedensgebet gestalten. Johannes Böhm sorgt für die musikalische Begleitung.

Ein Empfang durch die Dominikanische Laiengemeinschaft beschließt diesen Studientag. Bürgermeister Wolfgang Metzner (SPD) wird als Vertreter der Stadt ein Grußwort sprechen. Als Gäste nehmen Mitglieder von Dominikanischen Laiengemeinschaften in Süddeutschland und Österreich teil.

Eine Anmeldung zum Studientag ist nicht erforderlich. Der Teilnehmerbeitrag (25 Euro) beinhaltet Mittagessen und Kaffee und Kuchen.