Es bestehe die "ernste Gefahr einer erheblichen Unterfinanzierung und einer Benachteiligung des Orchesters", schrieb Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) laut Mitteilung vom Mittwoch in einem Brief an Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Laut Starke soll eine bereits vereinbarte Förderung der Bamberger Symphoniker um rund 230.000 Euro gekürzt werden. Das sehe der Nachtragshaushalt der Staatsregierung für 2012 vor.

"Die vorgenommene Kürzung steht in einem krassen Missverhältnis zur angekündigten Förderung eines Konzertsaals in der Landeshauptstadt München", betonte Starke. "Es ist ein unfreundlicher Akt und eine grobe Benachteiligung Frankens, wenn Kultureinrichtungen von Weltrang hier geschwächt werden, während in München millionenschwere Subventionen angekündigt und realisiert werden."

Starke verwies auf die überragende kulturelle Bedeutung des Orchesters:

"Die Bamberger Symphoniker - Bayerische Staatsphilharmonie gehören zu den wichtigsten Kulturbotschaftern Bayerns und sind in der ganzen Welt erfolgreich unterwegs." Er appellierte an Seehofer: "Bitte setzen Sie sich für eine Korrektur des Zuschussanteils durch den Freistaat Bayern zugunsten des Bamberger Orchesters ein." Auch der Vorsitzende des Vereins der "Freunde der Bamberger Symphoniker", Helmut Jungbauer, protestierte bei Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) gegen die Kürzung. Sie höben "die gesamte finanzielle Planung für die Konzertsaison 2011/12 aus den Angeln".

Der Zuschussbedarf der Bamberger Symphoniker wird zu 80,5 Prozent vom Freistaat getragen - laut einem Stadtsprecher bekommen die Symphoniker vom Land rund 9,3 Millionen Euro. 12,3 Prozent kommen von der Stadt Bamberg und der Rest vom Bezirk Oberfranken und dem Landkreis. Laut einem 2011 beschlossenen Wirtschaftsplan wollte der Freistaat seine Förderungen 2012 um 570 000 Euro erhöhen - vor allem, um die gestiegenen Personalkosten auszugleichen. Laut Nachtragshaushalt sind nun aber nur noch 340 000 Euro mehr für die Symphoniker vorgesehen. dpa