Fröhliches Kinderlachen, einen Platz für Freundschaften, immer Spaß und gute Laune, schönes Wetter und viel Zeit für die Kinder - das wünschen sich die Eltern der Mädchen und Jungen, die den neuen Bauernhofkindergarten im Stadtteil Wildensorg bevölkern. Die erste Einrichtung ihrer Art in Nordbayern ist seit wenigen Tagen in Betrieb.

Die ehemaligen Kommilitonen Kiki Lips, Erzieherin, und Michael Ruthrof, Stellvertretender Kreisgeschäftsführer des BRK-Kreisverbandes Bamberg, waren schon im Studium der Meinung gewesen, man sollte Kindern das Leben der Bauernhoftiere zeigen. So entstand Anfang 2015 die Idee zum Kurs "Stallluft schnuppern": 16 Kinder bis drei Jahre durften mit ihren Familien den Bioland-Schaf- und Ziegenhof Lips und die dort beheimateten Tiere in Wildensorg besuchen und bestaunen und die Umgebung auf spielerische Art entdecken.


Die Stallluft lockte

Die Nachfrage war so groß, so dass es 2015 insgesamt drei Kurse gab. Aufgrund der sehr guten Resonanz entschieden sich Lips und Ruthrof schließlich dazu, einen eigenen Bauernhofkindergarten auf die Beine zu stellen. "Uns ist es wichtig, den Kindern zu zeigen, wie Tiere aussehen, riechen und sich anfühlen, denn heutzutage kennen sie diese nur noch aus dem Bilderbuch. Wir möchten den Kindern erklären, dass die Milch nicht einfach aus dem Kühlschrank kommt, sondern von Tieren. Und dass viel Arbeit hinter unserer Nahrung steckt, und, dass sich die Natur in den Jahreszeiten verändert", sagt Ruthrof: "Mein Sohn dachte zum Beispiel, dass es zu jeder Jahreszeit Äpfel gibt."

Das Konzept kommt sowohl bei den Eltern als auch bei den Kindern gut an. Die fünfjährige Marlene beispielsweise erzählt ganz begeistert: "Ich finde es schön hier. Am meisten mag ich es, mit Tieren zu kuscheln. Ich bin froh, dass ich den Konstantin habe. Das ist ein Schaf mit rotem Halsband. Aber ich mag alles hier, nur die Ziege Anna mag ich nicht. Die ist frech und hat die große Ziegenchefin Milka, die mit den großen Hörnern, umgeboxt."

Auch Marlenes Mama Claudia Novotny freut sich über den Kontakt ihrer Kinder mit Tieren: "Das Konzept gefällt mir viel besser, als nur ein Regelkindergarten, in dem die Kinder die ganze Zeit drin verbringen."

Das ist im BRK-Bauernhofkindergarten tatsächlich anders. Einzig und allein ein kleiner Schäferwagen soll Schutz bei stürmischem Wetter bieten. Ansonsten sind die Kinder die ganze Zeit an der frischen Luft und können mit den Schafen, Ziegen, Hühnern, Wachteln oder Hasen spielen.


Ein Schlittenhang gehört dazu

Und wenn es schneit? "Dann fahren wir mit den Kleinen Schlitten. Dafür haben wir ja einen großen Hang", antwortet Lips. Das A und O sei gute, feste Kleidung. Dann spiele das Wetter eigentlich keine Rolle.

Neben der sogenannten Freispielzeit auf der großen Weide, die die Kinder in einer der Schaukeln, im Sandkasten oder im Tipikreis verbringen können, gibt es noch ein paar besondere Aktivitäten. "Der Morgen beginnt damit, dass wir uns alle gemeinsam um die Tiere kümmern. Wir mischen das Futter zusammen und füllen es in die Futtertröge. Außerdem zeigen wir den Kindern zum Beispiel, wie wir unsere Milchziegen melken", erläutern die Erzieher.

Bürgermeister Christian Lange zeigte sich bei der Eröffnung ebenfalls angetan vom Bauernhofkindergarten. "Ich finde es besonders toll, dass Bamberg dadurch eine noch familien- und kinderfreundlichere Stadt wird", sagt er in seiner Rede.

Anschließend pflanzten das Team, die Eltern und die Kinder gemeinsam einen Apfelbaum. Die Eltern schrieben Wünsche für den Kindergarten auf Papierblätter, welche dann an die Äste des Baumes gehängt wurden. Außerdem konnten die Kleinen Wolle an einer Kardiermaschine kämmen, Instrumente und Jojos aus Kastanien basteln und auf der Kindergartenwiese spielen. Eine besondere Attraktion war das Theaterstück, das Puppenspieler Patrick Lumma aufführte. Anna Gartiser