Bis Ende August müssen sich Verkehrsteilnehmer auf der Kreisstraße BA 21 östlich von Pettstadt auf Behinderungen, halbseitige Sperrungen und provisorische Straßenverläufe einstellen: Dem obligatorischen "1. Spatenstich" der für den Bau verantwortlichen Politiker, Behördenvertreter und Bauunternehmen folgte noch gestern Nachmittag die Umleitung des Verkehrs auf eine Behelfsstraße, die parallel zur Kreisstraße an die B 505 heranführt.

Landrat Johann Kalb (CSU) wünschte der Baumaßnahme einen unfallfreien Verlauf. Einiges hängt dabei freilich auch von der Disziplin und Rücksichtnahme der Auto- und Lastwagenfahrer ab, die Tag für Tag diese hochfrequentierte Anbindung an das Fernstraßennetz benutzen. Allein bis zu 300 Lastwagen rollen binnen 24 Stunden um den Verkehrskreisel am Ostrand des Pettstadter Gewerbegebietes. Doch hatte man weder in den 1960er Jahren beim Bau des Bamberger Autobahnzubringers noch vor 20 Jahren bei der Errichtung des Kreisverkehrs an ein solch hohes Aufkommen an Güterverkehr gedacht.


Nicht mehr zeitgemäß

Die Fahrbahn des Verkehrskreisels ist in Folge der starken Belastung auch schon dringend erneuerungsbedürftig, wie seitens des Tiefbauamtes des Landkreises festgestellt worden war. Und auch die Abzweigung ins Gewerbegebiet, in dem vor wenigen Jahren gegenüber der lange ansässigen Spedition Wicht das riesige Logistikzentrum des Maschinenhändlers Stürmer entstanden ist, genügt nicht mehr den heutigen Anforderungen.

Von Anfang an eine Zumutung war die im spitzen Winkel angelegte - untergeordnete - Einmündung der B 505-Ausfahrt in die Kreisstraße: Da musste der Autofahrer den Kopf schon auf "halb sieben" drehen, um sich nach bevorrechtigten Verkehrsteilnehmern umzuschauen. Künftig gibt es an der Stelle die lang ersehnte Einfädelspur, wie an Autobahnen längst üblich, weckte Abteilungsleiter Michael Raab vom Staatlichen Bauamt Vorfreude.


Dank des Bürgermeisters

Vor allem für diese Neuerung zeigte sich namens aller Pettstadter der Bürgermeister Jochen Hack (FWG) sehr dankbar gegenüber dem Staatlichen Bauamt und dem Landkreis Bamberg. Die Verbreiterung der Kreisstraße um 1,50 auf 7,50 Meter, die Einfädelspur und der Ausbau des Verkehrskreisels lösten so manches Verkehrsproblem der Pettstadter, der Logistikunternehmen im Umkreis und der sonstigen Benutzer der B 505-Anschlussstelle Pettstadt/Frensdorf.

Seit zwei Jahren werde das Projekt vorbereitet. Ausdrücklich würdigte es Hack, dass die von den Bauträgern ursprünglich erwogene Vollsperrung der Anschlussstelle über einen Zeitraum von mehreren Monaten vermieden werden kann.

Der Bau von Behelfsstraßen, die natürlich mit Zusatzkosten verbunden sind, sowie die Gliederung in drei Bauabschnitte ermögliche es, so Hack, dass Pettstadt und der östliche Steigerwald nicht von der Bundesstraße abgehängt werden müssen. Da abschnittweise die eine oder andere Auf- beziehungsweise Abfahrt gesperrt wird, muss jeweils nur auf der B 505 bis zur nächsten Anschlussstelle gefahren und dort gewendet werden - natürlich nicht auf der Bundesstraße, sondern durch Abfahrt und Auffahrt.


Kostenaufteilung

Landrat Kalb ist es recht so, auch wenn er den Pettstadtern gerne dazu verholfen hätte, auf den andernfalls erforderlichen Umleitungsstrecken den halben Landkreis zu entdecken.

Von den 900 000 Euro Baukosten entfallen für die Einfädelspur 400 000 auf das Staatliche Bauamt. Der Landkreis beteiligt sich mit 300 000 Euro und die Gemeinde hat für den Anschluss ans Gewerbegebiet 10 000 Euro beizusteuern. An Fördermitteln für die Anbindung des Gewerbegebietes werden vom Staat 200 000 Euro erwartet.