Ein bunter Kittel mit weißer Bluse, eine rosa Langhaarperücke, die passenden Gummihandschuhe und natürlich das modernste Equipment - so wird in wenigen Sekunden aus Hirschaids Bürgermeister Andreas Schlund eine Fachkraft im Raumpflegesektor. Dass die Putzerei so einfach aber nicht ist, bemerkte er nach fünf Minuten Bodenschrubben: "Das ist ganz schön anstrengend".

Grund für diese nachmittägliche Verwandlung war der alljährliche Sturm der Hirschaider Faschingshexen auf das Rathaus am Weiberfasching. Da dieser Tag mancherorts auch "schmutziger Donnerstag" genannt wird, war es natürlich passend, das Gemeindeoberhaupt zu Reinigungsarbeiten heranzuziehen. Im Lied "Das bisschen Putzen", begleitet von "Musikhexe" Günther Schramm, wagten die Zauberinnen sogar einen Blick in die Zukunft des Bürgermeisters, denn in zwei Jahren steht seine Pensionierung an - da könnte eine zweite Karriere als 400-Euro-Kraft im Rathaus eine Alternative sein.

Sein Fehlen bei der Hirschaider Prunksitzung vor zwei Wochen war natürlich auch ausschlaggebend, "Andi" Schlund am Weiberfasching nochmal so richtig in die karnevalistische Zange zu nehmen. Nach ihrem Zug durch das Rathaus, bei dem eine Menge Krawatten der männlichen Mitarbeiter dran glauben mussten, zogen die Hexen weiter zur Sparkasse und schließlich zur örtlichen Brauerei, um den Nachmittag dort ausklingen zu lassen.