Nackt vor einem Millionenpublikum? Für viele Menschen ein Albtraum. Doch Chantel aus Bamberg hat sich bewusst dafür entschieden. Die 33 Jahre alte Schauspielerin und Erzieherin ist Kandidatin bei der Nackt-Kuppelshow "Adam sucht Eva", die ab Samstag auf RTL ausgestrahlt wird.

Mit inFranken.de hat sie vor dem Auftakt der Sendung über ihre Erfahrungen auf der Insel mit anderen Singles gesprochen.

Wie kommt man darauf, bei einer Nackt-Flirtshow mitzumachen?
Chantel: Die Frage kam, ob ich mitmachen möchte. Und ich habe mir gedacht, du hast eh keine Zeit, auf normalem Wege - wie in einer Bar - einen Mann kennenzulernen. Warum also nicht?! Und dann hab ich prompt zugesagt.

Wie ist der Sender auf dich gekommen?
Ich arbeite als Schauspielerin und bin daher in verschiedenen Karteien geführt. Und dann wurde ich angefragt, ob ich Single bin und Lust hätte.

Wie lange wurde gedreht?
Wir haben von Mai bis Juni gedreht.

Wie hat dir die Teilnahme an Adam sucht Eva gefallen?
Es hat einen Riesenspaß gemacht. Es ist natürlich auch sehr emotional. Die Gruppenstruktur ändert sich ständig. Es kommen immer wieder neue Kandidaten dazu.

Wie war es, die ganze Zeit nackt zu sein?
Im Grunde ist es, wie wenn man in die Sauna oder in die Therme geht. Außerdem ist es eine interessante Erfahrung. Man lernt Menschen ganz anders kennen. Alles ist sehr viel weniger sexualisiert. Die Dates finden anders statt, es geht vielmehr um die Persönlichkeit als um das Äußere.

Das klingt erst einmal unlogisch. Ist ein Treffen nackt nicht noch viel sexualisierter?
Nein, gar nicht. Es ist Back to the Roots - zurück zu den Ursprüngen. Und zwar ist es so: Kleidung schafft einen Reiz. Es ist vergleichbar mit einem Geschenk, das unter dem Weihnachtsbaum liegt. Eingepackt übt es eine sehr viel größere Anziehung aus, als wenn es einfach so darunter liegen würde. Genauso verhält es sich mit der Kleidung von Menschen. Man möchte wissen, was sich darunter verbirgt. Wenn man nackt ist, verändert sich die Kommunikation, sie bezieht sich stärker auf den Geist. Zudem ist alles viel ehrlicher, denn mit Kleidung kann man auch blenden.

Okay, aber ist es dann nicht langweilig? So ohne Reize und Spannung?
Nein, überhaupt nicht. Es ist einfach nur anders. Man tritt sich gegenüber, wie Gott den Mensch geschaffen hat. Man kann viel zusammen entdecken. Es ist total toll. Auf der Insel waren wir frei vom Alltag, von allen Ablenkungen der Moderne. Kleidung ist ja auch eine Ablenkung. Man erfährt die komplette Wahrheit. Wir haben damit auch gespielt, unterschiedliche Reize zu setzen. Blümchen ins Haar oder eine Brille - das verändert schon vieles.

Du klingst ja regelrecht begeistert. Möchtest du jetzt häufiger nackt sein und zum Beispiel Nackt-Wandern oder Nackt-Campen?
Nein, das ist nicht mein Ziel. Das war jetzt eine einmalige Sache und für mich als Schauspielerin ein interessantes Experiment.


Und wie war es für dich, zu wissen, dass dich Millionen Menschen nackt sehen werden?
Man hat ja in dem Moment keine Zuschauer. Die Kameras sind versteckt wie bei Dschungelcamp. Die stecken zum Beispiel in den Palmen. Das ist nach kurzer Zeit einfach normal. Das Drehteam besteht aus supernetten Menschen. Und am Ende war es eher so, dass wir den Produktionsleuten gesagt haben: Ihr seid ja angezogen. Ihr seid ja komisch. (lacht)


Wie haben deine Familie und deine Freunde reagiert?

Eigentlich sehr gut. Außerdem bin ich ein Dickkopf. Ich mache sowieso immer, was ich will. Meine ältere Schwester meinte danach schon so: Hast du das echt gemacht? Aber sie fand es dann auch okay, dass ich mein eigenes Ding mache.

Gab es nicht auch Menschen in deinem Umfeld, die dich deshalb kritisieren?
Im Grunde habe ich einen guten Kreis an Menschen um mich herum. Klar, es gibt immer Hater, die alles schlecht reden. Das sind aber dann auch Menschen, die nicht viel erleben möchten. Und ich denke eben, man lebt nur einmal. Außerdem sollte sich keine Frau und kein Mann für den eigenen Körper schämen. Jeder Mensch sollte zu seinem Körper stehen. Aber klar, man muss schon mutig sein. Aber da ich Schauspielerin bin, habe ich da auch einen anderen Bezug dazu.

Wie waren die Promis, die dabei waren?
Ich möchte noch nicht allzu viel verraten, auch nicht, wer mein Adam war. Aber vielleicht so viel: Es war ganz lässig. Ehrlich gesagt, habe ich die meisten nicht gekannt. Sehr gut habe ich mich aber beispielsweise mit Janina Youssefian verstanden. Sie wird häufig zu Unrecht unterschätzt.

Was sind deine nächsten Projekte?

Ich bin im Herbst in dem Kinofilm "Willkommen bei den Hartmanns" zu sehen. Ich spiele die Freundin von Uwe Ochsenknecht. Außerdem bin ich im nächsten Franken-Tatort "Am Ende geht man nackt" zu sehen, der hier in Bamberg gedreht wurde. Mit einem Fitnessstudio mache ich jetzt auch ein Projekt, da ich sportlich sehr aktiv bin. Und wenn man körperlich fit ist, fühlt man sich natürlich nackt auch besser.