In den meisten Debatten der letzten Jahre standen sich Peter Gack sowie CSU und SPD mit nicht allzu viel Verständnis gegenüber. Die Grundüberzeugungen waren Welten voneinander entfernt. Doch an diesem Mittwoch wollte der Beifall nicht mehr enden. Nach 27 Jahren verlässt ein "grünes Urgestein" den Stadtrat. Ein über die Grenzen der Stadt hinaus bekannter Politiker will mehr Zeit für die Familie haben. Dass es nicht die Brücke des Stadtratdampfers war, auf der Gack wirkte, sondern der Maschinenraum, hat seinem Ansehen nicht geschadet: "Ohne Dich wird im Stadtrat etwas fehlen", eröffnete Klaus Stieringer (SPD) die Dankesworte. "Er ist der kompetenteste Stadtrat von allen", ergänzte Helmut Müller.

Auch OB Andreas Starke (SPD) sparte nicht mit Lob: Der Weggang Gacks bedeute einen Verlust für Stadtrat und Bürgerschaft. "Dadurch entsteht eine Kompetenz- und Glaubwürdigkeitslücke", sagte Starke und bescheinigte dem 58-Jährigen, immer auf der Suche nach Verbesserungen für die Bürger gewesen zu sein. Als Experte in Finanzfragen habe er den Haushalt der Stadt über Jahre geprägt. Gack habe sich um Bamberg verdient gemacht.
So viel Lob rührte auch den hartgesottenen Politprofi. Gack erinnerte in seiner Abschiedsrede an die rauen Anfangsjahre der Grünen. "Wennsd fei a Drummä Schelln brauchst ... nooch der Sitzung!" bekam er damals zu hören. Dennoch zog er eine positive Bilanz: "Wir haben keine Berge versetzt, aber viele Steine ins Rollen gebracht." Dem Stadtrat schrieb er ins Stammbuch, sich öfter gegen die Verwaltung durchzusetzen.

Auf Gack folgt als Nachrücker der 57-jährige Ralf Dischinger, Leiter des Amtsgerichts in Saalfeld. Dischinger hat in Bamberg für den Erhalt der Michelsberger Streuobstwiesen gekämpft. Im Stadtrat will er sich u.a. für günstigen Wohnraum einsetzen. "Die öffentlichen Bauträger sind gefordert, sich um kostenbewusstes Bauen und nicht um die Schaffung von Luxuswohnungen zu kümmern", sagt er.