Von Diebstählen auf Baustellen ist fast täglich im Polizeibericht zu lesen. Mal werden Werkzeuge entwendet, mal wird Diesel aus den Baumaschinen abgezapft. Dass aber gleich ein ganzer Radlader und dazu noch eine Rüttelplatte - wie vor zwei Wochen in Buttenheim - verschwinden, ist nicht alltäglich. Im FT-Archiv ist in den vergangenen Jahren nur ein weiterer Radlader-Diebstahl im Raum Bamberg verzeichnet - im März 2010 wurde in Tütschengereuth einer gestohlen. Bei der Baufirma aus dem Raum Kulmbach, die nun von dem Diebstahl an der Kreisverkehr-Baustelle in Buttenheim betroffen ist, erinnert man sich ebenfalls an einen Radlader-Diebstahl vor zwei oder drei Jahren. Allerdings sind in den Polizeiberichten allein vom vorvorigen Wochenende deutschlandweit von mindestens vier weiteren entwendete Radladern die Rede.

84.000 Euro Schaden

Einen Zeitwert von rund 84.000 Euro netto gibt die geschädigte Firma für die beiden in Buttenheim gestohlenen Maschinen an, 74 000 Euro für den grau-orange-farbenen Radlader vom Typ Atlas AR 85, 10.000 Euro für die Rüttelplatte Wacker-Neuson, Typ DPU 6055. Sie hat deshalb nun auch eine Belohnung von 2000 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zur Wiederbeschaffung führen.

"Wir haben die Hoffnung, dass die Maschinen nicht gleich nach Osteuropa gebracht wurden, sondern sich noch in der Region befinden", sagt ein Firmensprecher. Die Hoffnung rührt unter anderem daher, dass ein Anwohner bereits eine Woche vor dem Diebstahl einen Tieflader an der Baustelle beobachtet hat, jedoch kein Kennzeichen notierte. "Ein Tieflader war sicher nötig", meint auch der Firmensprecher. Denn der Radlader hat ein Gewicht von 6,7 Tonnen, die Rüttelplatte wiegt immerhin auch 650 Kilogramm. "Baustellen in Autobahnnähe sind immer ein gefährliches Pflaster", weiß der Firmensprecher. "Da werden Maschinen aufgeladen und dann sind sie schnell weg."

Keine GPS-Ortung

Es gibt zwar inzwischen auch Sicherheitsgeräte, die das Wiederauffinden gestohlener Maschinen per GPS-Ortung ermöglichen sollen. Doch solche sind bei dem Baukonzern, zu dem das Kulmbacher Unternehmen gehört, nicht eingesetzt. Bei einem Diebstahl trägt aber dann doch das Tochterunternehmen die alleinige Schadenlast. "GPS wäre schon wünschenswert", sagt der Sprecher. Er räumt aber auch ein, dass organisierte Diebesbanden sicher auch Mittel und Wege finden könnten, um dieser Sender aufzuspüren und dann auch abzuschalten.

Zeugen gesucht

In dem Buttenheimer Fall ermittelt die Kripo Bamberg. Sie nimmt Hinweise zu der Tat unter der Telefonnummer 0951/9129-491 entgegen. Der Tathergang wird folgendermaßen geschildert: Bei der wieder eröffneten Baustelle in der Kellerstraße waren am Freitag, 15. März, von den Arbeitern ein orange-grauer Radlader der Marke Atlas und eine Rüttelplatte der Marke Wacker-Neuson abgestellt worden. Am Dienstag, 19. März, in der Früh waren diese schweren Arbeitsmaschinen verschwunden. Zum Abtransport müssen die Täter ein entsprechend großes Fahrzeug verwendet haben.

Wer in diesem Zeitraum im Bereich der Kreisverkehr-Baustelle verdächtige Personen und/oder Fahrzeuge gesehen hat, oder wer Hinweise zum Verbleib der Arbeitsmaschinen machen kann beziehungsweise weiß, wo sie derzeit stehen, soll sich mit der Kripo Bamberg oder einer anderen Polizeidienststelle in Verbindung setzen.