Nomen est omen: "Maria Frieden" heißt die Abtei in Kirchschletten. Und tatsächlich strahlt dieser in wunderschöne Landschaft eingebettete Ort Frieden aus. Er ist eine Stätte der Zuflucht geworden für alle, die Erholung für Leib und Seele suchen. Und die im typisch benediktinischen "ora et labora", bete und arbeite, einen Halt finden.

So wie die derzeit 16 Nonnen es den Gästen vorleben: "Das Gotteslob konnte seit der Erhebung zur Abtei vor 40 Jahren tagtäglich gefeiert werden und ist noch nie ausgefallen", freut sich Äbtissin Mechthild Thürmer. Auch die Arbeit sei nie ausgegangen: in der ökologisch geführten Landwirtschaft, in der Wachswerkstatt, in den Bildungs- und Gästehäusern, im Religionsunterricht an Schulen.

Das alles ist für die Äbtissin und ihre Schwesterngemeinschaft Anlass genug, am Sonntag dem Herrgott Dank zu sagen für einen seit 40 Jahren fließenden "Strom der Gnade". Am 5. Mai 1973 erhob der Heilige Stuhl das bisherige Benediktinerinnen-Priorat zur Abtei. Ein gewichtiges Ereignis für das ganze Erzbistum Bamberg, in dem die benediktinische Tradition bereits zu Lebzeiten Kaiser Heinrichs mit der Gründung des Klosters auf dem Michelsberg begann.

Die Säkularisation setzte dieser Tradition ein jähes Ende. Umso bedeutsamer war es, als sich Benediktinerinnen vom Eucharistischen König im Juni 1953 im Niederaltaicher Klostergut Kirchschletten ansiedelten - ausgehend vom Mutterkloster auf der Insel Luzon in den Phi lippinen. Beständig wuchs der Kirchschlettener Konvent aus Deutschen, Filipinas und Japanerinnen. Er wächst auch im Jubiläumsjahr 2013: Eine 21-Jährige aus Werneck bei Schweinfurt kommt als Kandidatin in das Kloster.

Mit Respekt erinnert Äbtissin Mechthild Thürmer an Gründungsmutter Edeltraud Danner, die die Erhebung ihres Priorates zur Abtei nicht mehr erleben konnte: Sie starb am 28. Januar 1973. Ihr zu Ehren haben die Benediktinerinnen ein Gästehaus nach ihr benannt: "Haus Edeltraud" heißt die Pilgerherberge für Wallfahrer auf dem Fränkischen Jakobsweg.

Das in die Jahre gekommene Fachwerkgebäude diente von 1949 bis 1973 als Schulhaus. Die Schwestern erwarben es und machten sich noch im Herbst 1973 daran, es als weiteres Gästehaus einzurichten. Zwar wurde es bisher immer wieder einmal renoviert. Doch nie umfassend. Das soll jetzt, wo innen und außen der Putz bröckelt, nachgeholt werden. "Dämmung, Elektrik, Heizung, Fenster, Fußböden", listet die Äbtissin die notwendigen Sanierungsbereiche auf. Die Maßnahmen sollen "so bald wie möglich beginnen, die Pläne existieren schon".

Und auch der Finanzrahmen steht fest: Über 500 000 Euro sind veranschlagt, die aus Zuschüssen des Erzbistums und der Oberfrankenstiftung sowie durch Eigenmittel aufgebracht werden. Dabei gebe es keine "Luxussanierung", denn eine Pilgerherberge sei nun einmal eher schlicht und einfach mit Doppel- und Einzelzimmern ohne eigene Nasszellen.

Unfallfreie Bauarbeiten wünscht sich Äbtissin Mechthild Thürmer. Und für die nächsten 40 Jahre, "dass der Lobpreis nicht abreißt und sich viele junge Frauen für die Abtei Maria Frieden und damit für Gott entscheiden".