Wenn's um Bier geht, dann ist der ganze Landkreis auf den Beinen. Wenn es auch noch um das erste Landkreisbier geht, ist es kein Wunder das praktisch alle dem Ruf folgen - sogar über die Landkreisgrenzen hinaus. Wenn ein Landrat etwas zu verzapfen hat, dürfte der Prozentsatz derer, die die Einladung tatsächlich annehmen, wohl selten so hoch sein wie am Mittwochnachmittag im Bauernmuseum in Frensdorf.

Angezapft wurde "36 Kreisla", ein bernsteinfarbenes Märzen mit einem malzbetonten Körper, leichter, feiner Süße und angenehm bitteren Hopfen aroma. So ähnlich schilderte Biersommeliere Lisa Luginger das Produkt, das sie den Gästen aber nicht extra schmackhaft machen musste. Diese hatten schon eine Stunde darauf gewartet, die aber von Bezirksheimatpfleger Günter Dippold mit einem Streifzug durch mehr als ein halbes Jahrtausend Biergeschichte ebenso unterhaltsam wie informativ gestaltet wurde. "Bier. Natürlich Bier! Was sonst sollten die Leute im Bamberger Land trinken?", merkte Dippold an und stellte klar, warum Wasser (mögliche Keimbelastung), Milch (kaum haltbar) und Wein (ein Opfer des Klimawandels) in früheren Jahrhunderten keine Alternativen waren. Bier galt als Kraftspender für hart arbeitende Menschen sowie Kranke , Rekonvaleszenten, Schwangere und Wöchnerinnen.

Dass sich gerade im Bamberger Land eine so große Biervielfalt erhalten habe, dafür gebe es viele Gründe, sei aber nicht ganz genau zu erklären, so Dippold. "Es bleibt ein kleines Wunder. Aber Wunder muss man nicht unbedingt ergründen. Manchmal reicht es, sie staunend zu genießen" , sagte der Bezirksheimatpfleger.

Dieses Bierwunder zu erhalten, ist auch das Ziel, das Landrat Johann Kalb (CSU) mit dem Landkreisbier verfolgt. "Wirtschaftsförderung", nennt er es - und meint das durchaus ernst. "Bier ist für uns mehr als Alkohol", entgegnet er Kritikern, und meint damit: Tradition und Heimat, aber vor allem auch den Wirtschaftsfaktor. Es sei eine große Herausforderung, die 64 Brauereien im Landkreis zu erhalten. Das Landkreisbier sei also keine Konkurrenz, sondern "für die Außendarstellung wichtig". So sei auch der Name symbolisch. Kreisla sei klar, 36 stehe für die 36 Landkreisgemeinden, die der Landrat in diesem Projekt zusammenführen will.

Künftig sollen sich darum auch noch mehr und andere Brauer zusammenfinden, um Jahr für Jahr ein neues Landkreisbier zu kreieren. Der Vater dieser Bieridee hat nur einen festen Wunsch: Ein Starkbier namens "Kalbator" soll auch mal dabei sein.


Hier gibt es das "36 Kreisla"


Verkauf Das Landkreisbier "36 Kreisla" wird exklusiv bei den drei Kooperationsbrauereien ausgeschenkt und verkauft. Die sind die Brauerei Kundmüller in Weiher (Viereth-Trunstadt), die Brauerei Grasser in Huppendorf (Königsfeld) und die Brauerei Drei Kronen in Scheßlitz.

Ausschank Das Landkreisbier wird künftig auch im Museumsgasthof Schmaus in Frensdorf ausgeschenkt - aber nicht verkauft.

Wichtig Das "36 Kreisla" steht weder im freien Handel noch im Landratsamt Bamberg zum Verkauf.