Schon um 17 Uhr waren am Samstag die letzten Krümel Zwiebelkuchen verkauft. Und 160 Liter noch gärender Rebensaft durch die Kehlen geflossen. Am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein das gleiche Bild: Das erste Federweißerfest lockte Scharen an das Winzergebäude am Fuße des Michelsberger Weinberges. So zeigte sich Annerose Ackermann auch hoch zufrieden: "Am Ende werden wir mindestens 2500 Euro Reinerlös haben", freute sich die Stadträtin (SPD), die in Absprache mit der Bürgerspitalstiftung diese Genießertage initiiert hatte.

Der Erlös kommt der notwendigen Sanierung der Klosterkirche St. Michael zugute: "Kleinvieh macht auch Mist", lachte Annerose Ackermann und half flugs ihrer Stadtratskollegin Birgit Dietz (CSU) sowie ihrem Ehemann Christian beim Einschenken des Federweißen. Auch am Sonntag gingen so 160 Liter über die Theke. Winzer Martin Bauerschmitt, der den Michelsberger Weinberg bewirtschaftet, hatte dieses süffig-fruchtige Getränk "preislich wohlgesonnen", so Ackermann, zur Verfügung gestellt. Die Metzgerei Kalb und die Bäckerei Seel sorgten für das leibliche Wohl: Neben dem schon obligatorischen Federweißer-Begleiter Zwiebelkuchen gab es Brote mit Göttinger Wurst und Gerupftem. Jedenfalls hatte Küchenfee Carmen Felix alle Hände voll zu tun, um die hungrigen Mägen zu stopfen.

In die lange Schlange vor dem Ausschank hatten sich auch die Wildensorger Waldemar und Ingeborg Witz eingereiht. "Wir waren erst im Dom zum Gottesdienst, dann für einen Cappuccino im Domcafé, um die Zeit zu überbrücken, und jetzt wollen wir unseren ersten Federweißen in diesem Jahr probieren", erzählte das Ehepaar. "Wir warten immer, bis der fränkische Federweißer kommt", fügten die bekennenden Weintrinker hinzu.
Birgit Dietz schenkte das trüb-hefige Nass großzügig in zwei Gläser ein, und die Eheleute Witz kosteten fachmännisch: "Schmeckt hervorragend, ist gar nicht so süß!" Dennoch gab es auch Besucher, die den Most verschmähten und gleich zum Endprodukt übergingen: So mancher Bocksbeutel "Michaelsberger Stiftsgarten" wurde in froher Runde geleert.

Schon beim Weinfest auf der Terrasse des Klosters Michelsberg im August bewirtschaftete Annerose Ackermann mit ihren ehrenamtlichen Helfern das Winzergebäude mit Erfolg: 1000 Euro konnten für die Kirchensanierung zur Verfügung gestellt werden. "Die Bamberger schätzen solche Feste", wusste die Stadträtin und berichtete von zahlreichen Anfragen nach noch häufigeren dieser Art. "Ehrenamtlich ist das aber nicht zu schaffen", erklärte sie bedauernd.