Von überall her strömten am Wochenende die Menschen zur ersten Aschacher Schlossweihnacht. Wenn dieser Ansturm sich am nächsten Adventswochenende wiederholt, dürfte einer Fortsetzung dieses stimmungsvollen Weihnachtsmarktes im kommenden Jahr nichts im Wege stehen. "Mit einer schwarzen Null wäre ich schon zufrieden", meinte Veranstalter Klaus Frischat, Reiseunternehmer aus Burkardroth, nach der Eröffnung am Freitagabend.

Seit Jahren besucht Frischat mit jeweils bis zu 50 Bussen viele deutsche Weihnachtsmärkte. "Das Interesse unserer Kunden ist riesig", sagt er. So kam ihm in einem Gespräch mit Museumsleiterin Annette Späth die Idee, auch im Aschacher Schlosshof mit seinem romantischen Ambiente etwas Vergleichbares auszurichten. Er tat sich mit Event-Veranstalter Jürgen Wehner (Stangenroth) zusammen, gründete eine zweckgebundene Gesellschaft und begann mit den Vorbereitungen.


Knapp 20 Aussteller

"Unsere Schlossweihnacht ist jetzt besser als viele andere", ist Frischat stolz auf das Erreichte.
Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Knapp 20 Aussteller konnte Frischat für seine Aschacher Schlossweihnacht an zwei Adventswochenenden verpflichten. Zwischen Schloss und Speicher verteilen sich deren Stände, abends von farbigem Licht angestrahlt. Da gibt es Weihnachtsdekoration aus Holz, Lederarbeiten und Schmuck, aber auch handbemalte Kerzen, Gläser mit persönlicher Gravur oder Rhöner Obstbrände. Ob gedrechselt, gebrannt oder gemalt - in jedem Fall Kunsthandwerk in Hülle und Fülle.

Besonders über das bunte Kunsthandwerksangebot freute sich Jürgen Reith aus Bad Bocklet. "Schön, dass es in unserer Gegend so etwas gibt." Das Angebot gefiel auch dem Aschacher Gerhard Kirchner: "Das ist doch mal etwas anderes." Robert Markert aus Oberthulba fand den Weihnachtsmarkt "einfach Klasse". Das Ambiente sei einzigartig. "Auf diese Idee hätte man auch schon früher kommen können", war er sich mit vielen Besuchern einig.


Begeisterte Kinder

"Das Beste ist der Dorfschmied", war für den kleinen Luis Voll aus Gefäll ganz klar. Tatsächlich haben Winfried Geis und Oswald Georg aus Wollbach draußen vor dem Speichergebäude ihre Rhöner Schmiedewerkstatt als Attraktion aufgebaut. Funken sprühen wild umher, wenn sie das glühende Eisen aus dem lodernden Feuer holen und mit kräftigem Hammerschlag bearbeiten.

Zur Eröffnung an seinem Namenstag hatte der fränkische Nikolaus am Freitagabend das Christkind Franziska aus Bad Bocklet und ein Engelchen aus Gefäll dabei. Pfarrer Michael Kubatko und Pfarrerin Christel Mebert gaben der Veranstaltung ihren Segen, nicht ohne an den ursprünglichen Anlass des Weihnachtsfestes zu erinnern.

Bürgermeister Wolfgang Back sprach den Veranstaltern seinen Dank aus. Landrat Thomas Bold stellte fest: "In Bad Bocklet ist doch immer etwas los." Das Quartett der Blaskapelle Aschach spielte Weihnachtliches, und auch der Gospelchor "Lift your voice" aus dem Altlandkreis Bad Brückenau unter Leitung von Christel Hentschel sang die passenden Lieder.

Trotz feuchtkalter Witterung war es ein stimmungsvoller Eröffnungsabend. Die Schlossgebäude zeigten sich durch Scheinwerfer in leuchtende Farben gehüllt. Hunderte Besucher drängten sich um die kleinen beleuchteten Kunsthandwerks- und Glühweinstände. "Wenn wir an den beiden Wochenenden insgesamt 5000 Besucher haben, sollte unsere Rechnung aufgehen", hoffte Veranstalter Klaus Frischat auf Erfolg. Damit dies so kommt, hat er seine Kollegen aus der Busreise-Branche auf das neue Angebot in Aschach aufmerksam gemacht.

Aschacher Schlossweihnacht auch am kommenden Adventswochenende von Freitag, 13. Dezember, bis Sonntag, 15. Dezember; Öffnungszeiten: Freitag von 14 bis 21 Uhr, Samstag und Sonntag jeweils von 12 bis 21 Uhr.