Unter dem Titel "Heimatstrategie - Regionalisierung von Verwaltung" hat die Staatsregierung im März 2015 die Verlagerung von mehr als 50 Behörden mit rund 2200 Beschäftigten angekündigt. Bad Kissingen gehört durch das "Haus für Gesundheitsmanagement" mit 100 neuen Arbeitsplätzen zu den großen Gewinnern, ist aber auch von einer anderen Umstrukturierung direkt betroffen: Die "Immobilien Freistaat Bayern" (IMBY) fasst das Immobilienmanagement für alle fünf bayerischen Staatsbäder und deren 16 Heilquellen in einem "Zentrum Staatsbäder" in Bad Steben zusammen. Damit werden einige Aufgaben des IMBY-Büros in Bad Kissingen nach Oberfranken verlagert, das Büro selbst dürfte aber wohl bleiben und - wie geplant - im kommenden Jahr mit ins Luitpoldbad umziehen.


Vier neue Arbeitsplätze

"Im Zentrum Staatsbäder sollen vier Arbeitsplätze entstehen", teilte das Finanzministerium auf Anfrage mit. Die neue Behörde kümmert sich um Grund und Boden. "Die dafür erforderlichen Spezialkenntnisse sollen gebündelt und effizient genutzt werden", heißt es dazu aus München. Organisatorisch sei das Zentrum Staatsbäder in die IMBY integriert. Von dort gibt es jedoch offiziell keine Auskunft, was die Ansiedlung in Bad Steben an personellen oder strukturellen Auswirkungen auf die bestehenden Regionalvertretungen hat.
Auf ihrer Homepage weist die Immobilienverwaltung lediglich darauf hin, dass "zum 1. Januar 2016 der Aufbaustab des neuen Zentrums Staatsbäder in Bad Steben seine Arbeit aufgenommen" hat. Dort werde "schrittweise die bisher auf die Regionalvertretungen München, Oberfranken und Unterfranken verteilte Zuständigkeit für die Besitzverwaltungen der bayerischen Staatsbäder konzentriert". Leiter des Aufbaustabs ist Rainer Baldeweg. Für Nachfragen verweist die Geschäftsführung der IMBY auf das Finanzministerium.
Bei einem Besuch in Bad Steben hatte Finanzminister Markus Söder laut Presseberichten Mitte 2015 angekündigt, dass zum Aufbau in Bad Steben Unterstützung "von zwei erfahrenen Fachleuten aus Bad Kissingen" komme. Zwei neue Mitarbeiter, darunter der Leiter der Mini-Behörde, wurden über Ausschreibungen gesucht. Sobald die Aufbauphase beendet sei, sollen die Bad Kissinger dann ebenfalls durch feste Vor-Ort-Kräfte ersetzt werden.


Unterschiedliche Regelungen

Vertreter des neuen Zentrums Staatsbäder waren auch schon in Bad Kissingen. "Wir sind froh, dass wir so frühzeitig eingebunden sind", freut sich Kurdirektor Frank Oette über die gute Zusammenarbeit. Er hofft, dass Staatsbad GmbH und Kurgärtnerei ihre Grundstücksangelegenheiten auch nach der Umstrukturierung weiter "auf dem kleinen Dienstweg" regeln.
Noch keinen Kontakt mit dem neuen Zentrum Staatsbäder hatte dagegen die Bad Brückenauer Kurdirektorin Andrea Schallenkammer. "Wir haben eine Sonder-Situation, weil wir unsere Immobilien selbst verwalten", verweist Schallenkammer darauf, dass die Bad Brückenauer Kurverwaltung als einzige komplett staatlich ist (siehe Übersicht). "Wir unterstehen direkt dem Finanzministerium." Lediglich die beiden Kirchen im Staatsbad und die zum Verkauf stehende "Villa Maria" würden von der IMBY verwaltet.

Überblick Bayern hat fünf Staatsbäder, davon drei im Landkreis Bad Kissingen. Eine Staatliche Kurverwaltung gibt es nur noch in Bad Brückenau, sie zählt als Staatsbetrieb, in dem Immobilienbewirtschaftung und Wahrnehmung des operativen Kurgeschäfts zusammengefasst sind. In Bad Bocklet und Bad Kissingen existieren jeweils Besitzverwaltungen, die als Staatsbetriebe für die Immobilien zuständig sind. Das operative Kurgeschäft nimmt in Bad Bocklet die rein kommunale "Staatsbad und Touristik Bad Bocklet GmbH" wahr, in Bad Kissingen die "Bayerisches Staatsbad Bad Kissingen GmbH", an der der Freistaat aktuell einen Anteil von 60 Prozent hat. Im Jahr 2018 erhöht die Stadt ihren Anteil auf 53 Prozent. Auch in Bad Reichenhall und Bad Steben gibt es ähnlich Konstruktionen, also Besitzverwaltungen als Staatsbetriebe. An der "Kur GmbH Bad Reichenhall/Bayerisch Gmain" hält der Freistaat 49,5 Prozent, an der "Bayerisches Staatsbad Bad Steben GmbH" 100 Prozent.

Personal Bisher verfügen alle Besitzverwaltungen über je einen Geschäftsführer und je einen Sachbearbeiter. Die Geschäftsführung ist grundsätzlich der Leitung der Regionalvertretung der IMBY übertragen, in deren Zuständigkeitsbereich die Besitzverwaltung ansässig ist. Die Zuständigkeit für die Besitzverwaltungen Bad Kissingen und Bad Bocklet ist personell zusammengefasst.