Eine Bauvoranfrage und zwei Bauanträge beherrschten den öffentlichen Teil der jüngst in Bad Bocklet abgehaltenen Gemeinderatssitzung - und, um es gleich vorweg zu nehmen, alle Anfragen/Anträge wurden einstimmig und ohne jegliche Diskussion wie vorgelegt angenommen.

Dach für Freilauf

Da war zunächst die Anfrage eines Landwirtes aus Aschach, der für seine sechs Kühe im Neusetz einen überdachten Freilauf errichten wollte. Einzig weil das Flächengrundstück im Überschwemmungsbereich der Aschach liegt, wurde es überhaupt behandelt.

Auch ein Bauantrag betrifft den Marktgemeindeteil Aschach, ebenfalls im Straßenzug "Neusetz". Hier möchte eine Privatperson eine Nutzungsänderung seiner bisherigen Heizungsräume in eine Mikrobrauerei mit Brauraum und Lager. Da sogar die Unterschriften der beteiligten Nachbarn vorlagen, wurde auch diesem Bauantrag anstandslos zugestimmt. Der zweite Bauantrag dieses Abends betraf die Marktgemeinde, oder besser, die Staatsbad und Touristik Bad Bocklet GmbH selbst. Ihr gehört das Anwesen "Von-Hutten-Str. 37", das Café Laudensack in Bad Bocklet.

Während Cafe, Obergeschoß und Nebengebäude vermietet sind, stehen Dachgeschoß sowohl vom Haupthaus wie auch von den Nebengebäuden leer.

Ursprünglich waren sie mit in ein Hotelkonzept einbezogen worden, das noch die Vorbesitzer ausgearbeitet hatten. "Gerade weil die Räume Hotelcharakter haben, eignen sie sich gut als Wohnungen für Auszubildende", stellte Bürgermeister Andreas Sandwall fest und erläuterte, dass neun "schlichte, aber charmante" Wohnungen dort oben unter dem Dach entstehen sollen, sozusagen eine "Großraum-WG mit Küche und Aufenthaltsräumen".

In einem Nebensatz ließ der Bürgermeister durchblicken, dass das Stockwerk komplett belegt würde, die in Großenbrach beheimatete Firma L + S hätte bereits Interesse bekundet. Das angedachte Projekt sei bislang einmalig in Bayern, und die Gemeinde prüfe nun, ob es ein Förderprogramm für "Rückkehrer", also speziell für Auszubildende gebe, die lieber auf dem flachen Land in Nähe ihrer Arbeitsstätte, als in großen Städten leben wollten.