Unser Landkreis und unsere Gemeinden müssen sich für die Zukunft wappnen." Landrat Thomas Bold sieht keine "einfachen" Jahre auf den Landkreis zukommen. Insbesondere die demografische Entwicklung wird besondere Herausforderungen mit sich bringen.
Sein Blick am Freitagmorgen bei der jüngsten und letzten Bürgermeisterdienstversammlung in diesem Jahr ging nicht nur in die Zukunft, natürlich konnte das Thema 40 Jahre Gemeinde-Gebietsreform nicht außer Acht gelassen werden. Es sei vor 40 Jahren nicht immer einträchtig zugegangen, stellte Bold fest, doch der neue Landkreis Bad Kissingen habe eine sehr positive Entwicklung hinter sich gebracht. Aus 118 waren damals 26 Gemeinden geworden, heute schmunzle man über die anfänglichen Proteste aus der Bevölkerung, sagte der Landrat. Und er fuhr fort: "Nach 40 Jahren weiß man, dass es notwendig war, die Verwaltungseinheiten zu vergrößern, um sich damit effizient und kostengünstig für die Zukunft aufzustellen."
Der Landkreis sei für alle Generationen offen und hält für alle Altersgruppen hochwertige Angebote bereit. Als Beispiel nannte der Landrat Kultur, Lebensqualität, medizinische Versorgung und ein ausgewogenes Bildungsangebot. Gemeinsam solle man versuchen, die demografischen Verluste des Landkreises mit dem "generationsfreundlichen Landkreis" auszugleichen. Bold stellte die Frage, ob es eine gute Infrastruktur für Senioren gebe?, ob Eltern genug Unterstützung für die Erziehung ihrer Kinder hätten, und wie migrations- und integrationsspezifische Aspekte berücksichtigt werden?

Neue Initiativen

Bürgerschaftliches Engagement sei in vielen Bereichen des Alltags nicht wegzudenken. Neben der Vielzahl von Vereinen und dem Gemeindeleben seien neue Initiativen gegründet worden. Der Landrat verwies auf Elterninitiativen, Hospizvereine und Tafeln. Der Strukturwandel werfe die Frage auf, wie man in Zukunft Menschen und Organisationen unterstützen könne, die sich freiwillig für das Gemeinwesen einsetzten. Er sprach das "Netzwerk Bürgerengagement" im Landkreis an: Bis 2014 werde der Aufbau nachhaltiger Strukturen zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements auf Gemeinde- und Landkreisebenen unterstützt. Eine professionelle Engagementberatung biete dafür Hilfestellung.

Neue Perspektiven

Der Landkreis befasse sich im Hinblick auf die Anforderungen an die Patientenversorgung im ländlichen Raum mit der strukturellen Entwicklung auf dem Gebiet der Medizin. "Die Entwicklung einer telemedizinischen Versorgungsstruktur wird das zukunftsgerichtet erachten", sagte der Landrat. Als Beispiel nannte er die Telemedizin. Der Verein "Zentrum für Telemedizin" werde hierbei aktiv.
Der Landrat ging auch auf das Problem der Dienstpostenreduzierungen der Bundeswehr in den beiden Standorten Hammelburg und Wildflecken ein. "Die Bundeswehrreform trifft den Landkreis hart", sagte Bold. Zum 1. Januar 2013 werde der Landkreis zwei Konversionsmanager einstellen, die sich um die Folgen der Bundeswehrreform für den Landkreis kümmern werden. "Neue Arbeitsplätze sind für unseren Landkreis unabdingbar", betonte der Landrat. Den Kaufkraftverlust durch die Verringerung der Dienstposten bezifferte er auf etwa 40 bis 50 Millionen Euro.

Neue Informationen

Neuigkeiten gab es für die Bürgermeister zum Thema "Förderprogramm zur interkommunalen Zusammenarbeit" durch Peter Müller von der Regierung von Unterfranken. Es gäbe jetzt Richtlinien für eine Anschubförderung, so Müller. Der Landkreis Bad Kissingen falle darunter. Er erläuterte Zuwendungsvoraussetzungen, deren Einzelheiten bei der Regierung von Unterfranken abrufbar sind.

Neues Dienstleistungsangebot

Energieberatung als neues Dienstleistungsangebot stellte Stephanie Thomascheit vom Amt für Ländliche Entwicklung vor. Auch sie sprach eine Reihe von Fördermöglichkeiten zur Verbesserung der Effizienz in einem Netzwerk an. Wichtig sei dabei die Bürgerbeteiligung.