Sommer, Sonne, Sandstrand, Palmen, eine große Soundanlage sowie eine 20 Quadratmeter große LED-Leinwand. Das ist das Rezept von Dominik Wohlfeil, mit dem er für ein Sommermärchen während der Fußball Weltmeisterschaft sorgen möchte. "Es soll eine richtige Fanmeile werden. Mit Copacabana-Feeling wie in Brasilien", sagt der 27-jährige Mitgeschäftsführer des Salinenblicks in der Au.

Auf der Wiese unterhalb des Salinenblicks sollen alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft sowie alle Partien vom ersten Achtelfinale bis zum Endspiel live übertragen werden. Wegen der Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Brasilien beginnen einige Spiele - vor allem in der Gruppenphase - um Mitternacht mitteleuropäischer Zeit oder später. Sorgen, dass deshalb das Public-Viewing bei den Gästen nicht ankommt, hat er nicht. "Die Spiele, die um 24 Uhr sind, sind für uns nicht relevant", sagt Wohlfeil.

Lärmbelästigung kein Problem

Für die deutsche Elf ist nie später als zehn Uhr Anpfiff. Bei sommerlich schönen Temperaturen sei das eine ideale Zeit. "Fußball ist so ein Riesen-Aufhänger, da kommt immer so viel Stimmung auf. Warum sollte man das nicht durchziehen?", fragt er. Er peilt je Deutschlandspiel etwa 400 Gäste an. "Da wir hier außerhalb liegen, haben wir immissionschutzrechtlich mit Lärm keine Probleme", betont Wohlfeil.

Stadtstrand-Betreiber Edgar Gleinser setzt ebenfalls auf die Brasilien-Mischung aus Live-Fußball und Sand. Allerdings gelten für ihn aufgrund des Standortes gegenüber des Regentenbaus strengere Bestimmungen für den Lärmschutz. "Wir werden uns an die Auflagen der Stadt halten. Ich bin mir bewusst, dass wir mitten im Kurgebiet sitzen und dass alles seine Grenzen hat", sagt Gleinser. Er werde alle Deutschlandspiele zeigen sowie alle Begegnungen, die für die Fans relevant seien. Welche das sind, entscheide sich im Turnierverlauf.

Rathaussprecher Thomas Hack erklärt, der Stadt Bad Kissingen lägen bisher noch keine offiziellen Anfragen für Public-Viewing-Veranstaltungen zur Genehmigung vor. Er verweist auf die Entscheidung des Umweltministeriums, wonach Public-Viewing auch nach 22 Uhr während der Weltmeisterschaft erlaubt ist. "In Bezug auf die Kurzonensatzung wird der Stadtrat wenn nötig im Einzelfall entscheiden", teilt er mit.

Keine Übertragung am Marktplatz

In Bad Brückenau hat sich die Stadt vergebens darum bemüht, die WM-Spiele der deutschen Elf auf Großbildleinwand am Marktplatz zu übertragen. "Wir hätten Public-Viewing wirklich gern angeboten, mir hätte das selber auch Spaß gemacht", sagt Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU). Die Stadt hatte bereits einen Tageslicht-Beamer mit Leinwand gebucht, Lizenzrechte mit der Gema geklärt, einen Sponsor geworben sowie mit den Stadtwerken Strom- und Wasserversorgung abgestimmt. "Die Vorarbeit war geleistet", sagt Meyerdierks.

Bis Anfang April hat die Stadt Partner für die Bewirtung des Events gesucht. "Die Stadt kann das aus finanziellen Gründen nicht allein leisten. Wir haben kurz vorher das Stadtfest zu stemmen", erklärt die Bürgermeisterin. Von den angefragten Vereinen blieb leider eine Zusage aus, berichtet Meyerdierks.

"Es liegt nicht daran, dass wir die Leute nicht hätten", sagt Dirk Stumpe, Abteilungsleiter Handball beim FC Bad Brückenau. "Wir können uns das als Verein nicht leisten." Pro Spieltag rechnet er mit circa 600 bis 1000 Euro, mit denen der Verein in Vorleistung gehen müsste. Das Risiko sei einfach zu groß.

Wer in Hammelburg die deutschen Turnierauftritte in größerer Runde verfolgen möchte, hat dazu im Wasserhaus Gelegenheit, wie bei vergangenen Turnieren auch. Das bestätigt Daniel Wolf von der Musikinitiative Hammelburg. Sicher geplant seien die Spiele mit deutscher Beteiligung sowie die Halbfinal- und Finalentscheidungen. Die Spiele werden wahrscheinlich nicht im Freien übertragen, sagt Wolf: "Ich bezweifle, dass wir rausgehen. Die Lichtverhältnisse und die Anlage funktionieren drinnen am besten."

In Münnerstadt war das evangelische Gemeindehaus in der Vergangenheit ein verlässlicher Treff für Fußball-Fans. "Da war die Bude immer voll", sagt Pfarrer Joachim Pennig. Bei der Weltmeisterschaft 2014 wird das Gemeindehaus leer bleiben. "Wir werden diesmal nichts anbieten, weil die Zeiten einfach zu spät werden", begründet er.