"2012 war ein gutes Jahr für die DJK Kothen", sagte Vorsitzender Thomas Beck in der Jahreshauptversammlung, zu der 73 Mitglieder gekommen waren. Ein finanzielles Polster habe sich der Sportverein erarbeitet, das Ziel sei erreicht. Er blicke zuversichtlich auf die nächsten drei oder vier Jahre.
Mittelfristig steht jedoch eine Frage im Raum: "Rentiert sich eine Veranstaltung?" Am Beispiel der Kothener Zeltkirmes im vergangenen Jahr erläuterte Beck, dass die Veranstaltung zwar ein "kulturelles Highlight", aber "finanziell schwierig" war. Von 7000 Euro Umsatz blieben nach Abzug der Kosten für die Kapellen und Gebühren knapp 1000 Euro Gewinn. Ähnlich sah es beim Rosenmontagsball aus - "hundertprozentig, aber finanziell ist nicht arg viel hängen geblieben".
Wie soll es weiter gehen? Wird sich die DJK auf sportliche Veranstaltungen konzentrieren oder - "Kultur ist selten Gewinn bringend" - in den sauren Apfel beißen und das kulturelle Leben im Dorf zu bereichern versuchen? Im Moment könne sich die DJK noch Kulturveranstaltungen leisten, die finanziell wenig einbringen. Aber: "Wir sind an der Grenze", erklärte Thomas Beck, mehr Veranstaltungen könne die DJK nicht bieten. Obwohl im vergangenen Jahr 140 000 Euro bewegt wurden, verbuchte die DJK nur 7500 Euro für sich. "Wir können uns keine Experimente erlauben." Der Fokus müsse auf der Bodenständigkeit liegen, um das finanzielle Risiko gering zu halten.
Vollstes Verständnis sprach Beck den ehrenamtlichen Helfern aus, wenn sie für eine "monetär überschaubare" Veranstaltung ihr Engagement absagen. Gerade die ehrenamtlich geleistete Hilfe bringe dem Verein schwarze Zahlen. Werden ein Zelt gemietet und Kapellen bezahlt, könnte es ein Nullgeschäft werden. Eine Zwei-Mann-Kapelle koste für einen Abend 600 Euro, aber im gleichen Zeitraum erarbeiten zehn Helfer für ihren Verein nur 250 Euro - dieses schlechte Verhältnis von Einsatz und Gewinn störte Alfred Kötzner. Thomas Beck stimmte ihm zu, konnte jedoch "keine endgültige Antwort bieten."
Schlimm genug sei es, wenn der Kothener Musikverein zurzeit öffentlich nicht mehr spielt. Thomas Beck äußerte zudem die Befürchtung, dass Veranstaltungen wie Faschingsdisco, Rosenmontagsball und Zeltkirmes vom Veranstaltungskalender verschwinden. "Dann wird es langsam arg im Dorf", sagte der Kothener. "Da verliert die Dorfgemeinschaft was."
Gerne würde Beck auch die Sportabteilungen besser ausstatten, weil sie durch ihr Engagement Einsparungen ermöglichten: Das Sportheim wurde außen neu isoliert, die Küche bekam neue Fenster und einen neuen Herd. Heuer sollen neue Keller-Fenster, eine neue Lautsprecheranlage und die Bandenwerbung folgen. Für 2014 sind die Außenanlage die Dämmung der Decke und die Erneuerung der Duschen geplant.
Thomas Beck dankte aktiven Helfern, Gemeinde, Vorstand und Abteilungsleitern, die auf Grund des Gewinns aus dem Sportheimbetrieb die Mitgliederbeiträge stabil halten. Herbert Leibold, Vorsitzender der DJK und 3. Bürgermeister, würdigte die "Arbeit zum Wohle der Jugend und der ganzen Bevölkerung". Laut Satzung werde die Gemeinde den Verein auch weiterhin fördern, an baulichen Veränderungen beteilige sich die Kommune zu 10 Prozent an den Material- und Arbeitskosten.
Daniel Vogler von der 1. Mannschaft vertrat die Meinung, dass die DJK vor allem durch die Fußballabteilung Mitglieder bekomme. Im Vordergrund eines Vereins sollten gemeinsame Interessen stehen, ein Verein fungiere als Forum für Gleichgesinnte. Zudem seien die 1. Mannschaft und die DJK Repräsentanten für das Dorf. Beck pflichtete Vogler zu und wünschte sich, dass "die Kernaufgaben erfüllt werden können". Und: "Wenn wir nur auf den Gewinn schauen, haben wir in ein paar Jahren nur noch ein Fest im Dorf."

Statistik

Die DJK Kothen hat 461 Mitglieder, davon sind 209 weiblich, und 252 männlich. 79 Sportler sind unter 18 Jahre alt, das entspricht 17,2 Prozent. Herbert Leibold erinnerte sich an Jahre, in denen die Jugendlichen 30 Prozent des Vereins bildeten. Hier mache sich der demographische Wandel bemerkbar.

Termine

Die DJK veranstaltet am 13. April einen Preisschafkopf, am 25. April eine Werbeveranstaltung der 1. Mannaschaft, vom 19. bis 21. Juli ein Sportfest, am 1. September den Radvierer, am 3. Oktober eine Wallfahrt nach Mariabuchen sowie Anfang November die Kirchweih.

Ehrungen

Für 25-jährige Vereinszugehörigkeit erhielten die Treuenadel in Silber: Michael Brixel, Alexander Bug, Christian Burkert, Stefan Dämmerling, Andreas Dätig, Dieter Detzer, Markus Goldbach, Andreas Jahn, Markus Jahn, Natalie Kömpel, Heinz Müller, Sandra Reith, Norbert Rumpel und Gerd Ziegler. Die Ehrennadel in Gold für 40 Jahre Mitgliedschaft erhielten: Gertrud Bauer, Waldemar Belz, Irma Böhm, Gabriele Bug, Gertrud Gerner, Rosalinde Hembacher, Rosa Heurich, Erich Homann, Rainer Hörner, Marita Hüfner, Eugenie Klein, Helga Klein, Erika Klieber, Arnold Kömpel, Johanna Kömpel, Lothar Kömpel, Irene Kraus, Ingeborg Kretz, Maria Leibold, Arnd Molnar, Maria Müller, Gisela Scheiwein, Inge Scherner, Otilie Selig, Blanka Wastl, Erna Weber und Gertraud Wirth. Seit einem halben Jahrhundert sind Engelbert Bauer, Karlheinz Klein, Werner Reuss und Oswald Weber bei der DJK Kothen. Dafür gab es in der Versammlung die Treuenadel in Gold mit Lorbeer.

Regularien

Schriftführerin Martina Fehn erinnerte an Veranstaltungen wie den Bauchrednerabend mit Pierre Ruby, die Bike-Rundfahrt des Hessisch-Bayerischen Radvierers. Die geplante Gießkannenparty hatte die DJK abgesagt, weil die Jugendschutzbestimmungen nicht eingehalten werden konnten. Kassiererin Susanne Ebert präsentierte den Kassenbericht und meldete ein ordentliches Guthaben des Vereins. Die Kassenprüfer Gabriele Bug und Jürgen Kraus hatten die Kasse überprüft und eine "einwandfreie Kassenführung" bestätigt. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet. blm