Mit einem Ideenwettbewerb soll die Altstadtsanierung vorankommen. Der Wettbewerb soll Vorschläge für den Viehmarkt liefern. Das war im Stadtrat unstrittig. Es stellte sich für einige aber die Frage, ob die Bahnhofstraße ohne ein explizites Verkehrskonzept auch in die Überlegungen einbezogen werden kann.

"Worin liegt der Sinn eines Wettbewerbs, wenn wir nicht wissen, wie die Situation verkehrstechnisch aussieht", sagte Stefan Seufert (CSU). Er erinnerte daran, dass der Ausgangspunkt allein die Sanierung des Viehmarkt-Areals war. Dagegen meinte Alexander Stolz (CBB), dass bei der Planung des Umbaus der Viehmarkt nicht von der Bahnhofstraße getrennt werden könne. Und auch bei der Bürgerbeteiligung im Rahmen des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) war eine neu angelegte Bahnhofstraße immer wieder als Wunsch genannt worden.

Für diese sah Seufert bereits ein "Grundkonzept": "Die Bahnhofstraße kann nicht viel anders aussehen als die Kissinger Straße." Die gestalterischen Entscheidungen in der Kissinger Straße würden über den Marktplatz in die Bahnhofstraße fortgesetzt.

Laut Detlef Mohr kann der Ideenwettbewerb durchaus alle Aspekte umfassen. "Aus meiner Sicht besteht er aus drei Teilen", sagte der Stadtbaumeister. Demnach ist der Viehmarkt mit dem Bürgerspitalumfeld der vorrangige und detaillierte "Realisierungsteil". Die Bahnhofstraße fällt in den etwas weniger konkreten "Ideenteil" des Wettbewerbs. Der dritte Teil umfasst das Thema Verkehr. Mohr: "Er soll kein Verkehrskonzept sein, aber Aussagen zur Verkehrsführung treffen."

Drei ausgewählte Planungsbüros können sich nun darum bewerben, den Wettbewerb zu betreuen. Außerdem werden Angebote für die Ausarbeitung einer Gestaltungssatzung eingeholt. Sie geht ebenfalls auf eine Empfehlung aus dem ISEK-Prozess zurück. Die Gestaltungssatzung soll verbindlich festlegen, was in der Altstadt baulich erlaubt sein soll und was nicht. Für den Wettbewerb sind im Haushalt 100 000 Euro eingestellt. "Wenn wir ein Büro mit dem Wettbewerb beauftragen, muss die Konsequenz daraus sein, dass wir die Projekte auch umsetzen", mahnte Patrick Bindrum (CSU). Es müsse dann auch Geld in den Haushalt eingestellt werden. Bürgermeister Ernst Stross (SPD) pflichtete dem bei. Er fügte aber hinzu: "Der Viehmarkt und die Bahnhofstraße werden sich nicht gleichzeitig umsetzen lassen."