Es hat sich mittlerweile anscheinend zu einem kleinen Geheimtipp entwickelt, das schon fast zur Tradition gewordene Faschingskonzert in der Herz-Jesu-Stadtpfarrkirche mit Posaune und Orgel, denn die Kirche war außerordentlich gut besucht. Roman Riedel an der Posaune und Burkhard Ascherl an der Schuke-Orgel erfreuten das Publikum auch dieses Jahr wieder mit einem heiteren Faschingskonzert.

Die Gäste wurden mit dem Triumphmarsch aus Giuseppe Verdis Oper "Aida" festlich begrüßt; beim anschließenden "Chor der Gefangenen" aus "Nabucco" kam es wieder etwas zur Ruhe. Danach ließ Ascherl alias Gioacchino Rossini eine brillante Fassung der Ouvertüre zu "Wilhelm Tell" für Orgel-Solo erklingen. Assoziiert man mit Italien oft auch die Oper, so denkt man bei der Gattung der Operette sofort an Österreich/Ungarn.

So wurde das Publikum musikalisch nach "Wien, du Stadt meiner Träume" mitgenommen, lernte dann den lebensfrohen, feurigen "Zigan" aus Emmerich Kalmans "Gräfin Mariza" kennen und wurde anschließend mit Robert Stolz‘ "Im Prater blüh‘n wieder die Bäume" auf den bevorstehenden Frühling eingestimmt.

Auffallend bei all den Stücken war Roman Riedels glockenklarer, warmer Posaunenton. Mit dem Konzertwalzer "Rosen aus dem Süden" von Johann Strauss (Sohn) gelang es Ascherl ausgezeichnet die Farbigkeit und Klangfülle seiner Orgel zur Geltung zu bringen.

Bei "Zabak" (Der Frosch) von Vaclav Trojan mit tollen "Quak"- Effekten eines speziellen Posaunen-Dämpfers sowie einer Version von "He's a Pirate" für Orgel-Solo schlüpften Riedel und Ascherl in die Kostüme von Frosch Kermit und Pirat Jack Sparrow und brachten die Zuhörer spätestens jetzt in echte Faschingsstimmung. Weiter ging es mit einem kleinen Rückblick auf den kürzlich vergangenen Valentinstag mit Bert Kaempferts Welthit "Strangers in the night" und dem unvergessenen Evergreen "My way". Weil Fasching immer farbig, bunt, lebhaft und meistens bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wird, ging es abschließend mit "New York, New York" in die Stadt, die niemals schläft. Das durch den kurzweiligen Konzertabend erheiterte Publikum erklatschte sich mit tosendem Applaus noch eine Zugabe: Bei den Klängen von John Philip Sousas "Liberty Bell" ließ es sich nicht lange bitten und klatschte begeistert im Takt mit. red