Es ist so kalt, dass einem die Finger beim Schreiben im Freien einfrieren. Doch ist es lange nicht kalt genug für den Harvester, die Holzerntemaschine, die derzeit in der Waldabteilung Reith bei Stangenroth im Einsatz ist.


Lang anhaltender Frost fehlt

Damit das schwere Gerät bei der Arbeit im Wald weniger Schäden anrichtet, müsste der Boden tief gefroren sein. Aber "es fehlt der lang anhaltende Frost", sagt Wolfram Zeller, Leiter des Forstbetriebs Bad Brückenau, im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Klimawandel mache sich definitiv bemerkbar und bereite im Winter beim Holzeinschlag große Probleme. Der Mitarbeiter, der den Harvester bedient, arbeitet sehr umsichtig. Bevor er in den Wald fährt, legt er bereits gefällte Stämme in den Graben oder bringt Reisig auf die matschigen Wege, um größere Beschädigungen zu verhindern.

Doch die Maschinen, die bis zu 60 Tonnen wiegen, sind zu schwer. Schäden sind also nicht vermeidbar. Der Bodenschutz hat im Staatsforst große Priorität, erläutert Zeller und geht zunächst auf den Holzeinschlag ein. So werden jährlich gut 120.000 Festmeter Holz alleine im Forstbetrieb Bad Brückenau eingeschlagen, zirka 15.000 bis 20.000 Festmeter in Stangenroth. Das ist eine große Menge Holz, doch werde nur im Rahmen der Nachhaltigkeit geerntet, betont er. Zur Verdeutlichung: 120.000 Festmeter werden entnommen, aber 143.000 Festmeter beträgt der Zuwachs. Es wird nicht ins Blaue hinein geplant, sondern "wir halten uns an den Forstwirtschaftsplan". Dieser gibt vor, wie viel entnommen und wie oft eingegriffen wird, so der Forstbetriebsleiter weiter. Berücksichtigt wird zudem, welche Baumart das Wirtschaftsziel erreicht.


Stämme bleiben oft bis März liegen

Um die Wege beziehungsweise den Boden zu schonen, bleiben die Stämme oft von November bis zum März liegen, auch wenn das Holz dadurch an Qualität verliert. Doch manchmal muss es doch abtransportiert werden, sagt der Stangenrother Forstrevierleiter Richard Henneberger. Nämlich dann, "wenn der Kunde Regressansprüche androht". Die Wege sind nach dem Abtransport natürlich "ziemlich ramponiert". Aber es werde ja nicht so gelassen, sondern sobald es das Wetter zulässt, werden die Schäden umgehend behoben.

Zwischen dem Rhönklub, Naturpark und Biosphärenreservat Rhön, die Wanderwege in der Rhön ausgewiesen haben, funktioniert die Kommunikation gut. Sofort erklärt sich Zeller nach einem eingehenden Anruf bereit, umgestürzte Bäume zu entfernen, die auf der Loipe zwischen Kissinger Hütte und Würzburger Haus liegen. "Damit die Wintersportler am Wochenende ihrem Vergnügen nachgehen können".

Klemens Schmitt ist Einsatzleiter beim Forstbetrieb Bad Brückenau. Er und auch Robert Reuscher, Mitarbeiter beim Naturpark im Landkreis Bad Kissingen, betonen die gute Zusammenarbeit mit Rhönklub, Biosphärenreservat und Naturpark, wenn bei den Hieben höherwertige Wege (Loipen, Premiumwanderweg, Extratouren oder viel begangene Wanderwege) betroffen sind. Die gute Kommunikation ist besonders in den Kernzonen wichtig, sagt Reuscher. Denn "dort ist nämlich größtes Fingerspitzengefühl gefragt". Die Wegewarte beziehungsweise Mitarbeiter des Naturparks werden Förster über bevorstehende Hiebe informiert und die Dauer und Art erforderlicher Umleitungen gemeinsam abgesprochen, erklärt Schmitt die Vorgehensweise.

Die Wanderwege werden erst wieder freigegeben, wenn der Naturpark-Mitarbeiter zustimmt. Eventuelle Beschädigungen werden in der Regel innerhalb von zwei Wochen beseitigt.
Diese Absprache "läuft in 95 von 100 Fällen tadellos", fasst Wolfram Zeller zusammen. Der Vorfall am Fuchsbau sei ein Versehen gewesen. Es herrschte dringender Handlungsbedarf, weil Borkenkäferfichten angrenzende Privatwälder gefährdeten.