"Nach 25 Jahren soll es genug sein, mir gehen die Ideen aus", begründete Barth in der Jahreshauptversammlung seinen Rücktritt. Er bleibt der Chorgemeinschaft jedoch als Sänger und Kassenprüfer treu. Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde Bianca Volkert gewählt. Sie war bisher Vize-Frauensprecherin und rechte Hand von Deinlein. Sie wird von Bianca Volkert vertreten. Schriftführerin Erika Tolle und Kassiererin Heidi Wiedmann stellten sich noch einmal zur Verfügung. Neue Frauenbeauftragte ist Roswitha Vogler, der Margarete Wüstner und Edith Bilitzki stehen als Beisitzerinnen bereit. Eckhard Schreiter bleibt Männerbeauftragter. Ihm assistieren Klaus Wüstner und Günter Bauer, der auch stellvertretender Kassier ist. Zu Notenwartinnen wählte die Versammlung Margarete Bauer und Edeltraud Milner. Die Kasse prüfen künftig Frieder Barth und Martha Scherpf.
In seinem letzten Jahresbericht dankte Barth den engagierten Frauen für das gelungene 50. Jubiläum, das der Frauenchor letztes Wochenende feierte. Lob galt seiner Nachfolgerin für die gelungene Planung und Organisation. Die festen Abteilungs-strukturen haben sich in den letzten zwei Jahren zugunsten einer neuen Organisationform aufgelöst, die problemlos läuft. Im Gegensatz zu vielen anderen Chören kann sich der MGV über neun neue Mitglieder freuen, sieben Frauen und zwei Männer.

Männer müssen aktiver werden

Edith Deinlein berichtete über die Aktivitäten des Frauenchors, der ganz im Zeichen des Jubiläums stand. Die Damen verfügen derzeit über 33 aktive Sängerinnen. Fleißigste Probenbesucherin war Helma Herrmanns. Eckhard Schreiter datierte das Durchschnittsalter der 19 aktiven Männer auf gut 70 Jahre. Trotz des relativ hohen Altersdurchschnitt mahnte er "mehr Gemeinschaftssinn" bei den Sängern an. "Die Männer müssen aktiver werden", forderte er.
In der Chorliteratur habe der MGV 2012 "nur Volltreffer gelandet", stellte Dirigent Wolf Dieter Bogner fest, der im 20. Jahr Chorleiter des MGV ist und die Sängerinnen und Sänger ermutigte, selbst in der Auswahl des Liedguts aktiv zu werden. Den Singstundenbesuch bezeichnete er als "optimal". Doch gelte auch für einen Laienchor ernsthaftes und konstruktives Arbeiten. "Ich bin jedoch zufrieden, weil der Chor seine Sache gut macht, wenn es darauf ankommt", fügte Bogner mit Blick auf ein Gruppenkonzert im Herbst und das Einstudieren einer leichten Messe durch Kantor Dieter Blum hinzu.

Eine Ära endet

Auch bei erprobten Vereinsvorsitzenden sind 25 Jahre im Ehrenamt eher eine Seltenheit. Der Ex-Vorsitzende der MGV-Chorgemeinschaft, Frieder Barth, gehört zu den wenigen, die diese Leistung im Ehrenamt geschafft haben. Allerdings hatte er bei seinem freiwilligen Abschied "schon einen Kloß im Hals", wie sich schon beim 50. Jubiläum des Frauenchors im Rathausremter bemerkbar machte, als ihm für kurze Zeit die Stimme versagte.
Auch für ihn ist es ungewohnt ein Amt für ein Vierteljahrhundert zu begleiten. "Als Soldat bin ich es gewohnt, nach fünf bis sechs Jahren den Posten zu wechseln", räumt er ein. "Ich habe seinerzeit gezögert dieses Amt zu übernehmen, weil ich nicht wusste wie lange ich als Soldat in Hammelburg bleibe. Zudem kannte ich weder die Menschen noch die Gepflogenheiten in dieser Region. Ich weiß nicht, ob wir als Familie in der Saalestadt geblieben wären, wenn es den MGV nicht gegeben hätte", gesteht er.
Die Mitgliedzuwächse im Auge sieht der Scheidende heute optimistisch in die Zukunft. Trotzdem "fällt es mir nicht leicht", sagte er und bedankte sich für Aufnahme, Unterstützung und die gute Zusammenarbeit bei Vorstand und Abteilungsleitern. "Es geht weiter. Ich trete zwar zurück, aber stehe dem Verein an anderer Stelle zur Verfügung. Ich freue mich darauf, in die Singstunde gehen zu können, ohne daran denken zu müssen, was morgen zu tun ist".
Mit Frieder Barth endet eine Ära in der Sängergemeinschaft, die seine Nachfolgerin, Edith Deinlein, krönte. Sie ernannte Barth zum Ehrenvorsitzenden der MGV Chorgemeinschaft. Die Sänger würdigten ihn mit einem von Günter Kress getexteten und von Gabriele Blum am Klavier begleiteten Lied. Eckhart Schreiter überbrachte den Dank des Männerchors.