Seit Herbst schränkt eine Ampel den Verkehr auf der Staatsstraße 2290 zwischen Aura und Euerdorf ein - mit einem positiven Nebeneffekt für Aura. "Man merkt, dass der Verkehr abgenommen hat", sagt Thomas Hack (CSU). Der überörtliche Verkehr meide jetzt die Strecke. Und das bedeutet vor allem, dass weniger Lkw durch Aura fahren, wie der Bürgermeister erklärt.

Dabei hat die Ampel eine ganz andere Funktion. Sie soll den halbseitig gesperrten Hangabschnitt sichern. Risse, die schon einmal verfüllt worden waren, sind dort wieder aufgegangen. Das Problem ist nicht die Straße, sondern der Hang. Er ist instabil und "kriecht", wie es Matthias Wacker vom Staatlichen Bauamt ausdrückt. Schuld ist die Geologie.

Drei Lösungen seien möglich: eine Stützmauer, eine Verlegung der Saale oder eine Verlegung der Straße. Die Behörde sucht noch nach der besten und wirtschaftlichsten Lösung. Daher bleibt die Ampel nach Wackers Angaben in diesem Jahr noch stehen. Durch die Absperrung sei der Bereich gesichert. "Jede Woche wird der Abschnitt kontrolliert", erklärt Wacker.

Eine Lösung muss auch für die Abzweigung der Kreisstraße 4 am Ortsrand von Euerdorf gefunden werden. Dort kommt vor allem ein Kreisverkehr als Variante für die Umgestaltung der Kreuzung infrage. Anfang Juni soll es laut Wacker erste Gespräche geben. Als Vorbereitung wurden in der vergangenen Woche die Fahrzeuge zwischen Euerdorf und Sulzthal gezählt. Die Ergebnisse werden wohl ebenfalls Anfang Juni vorliegen. Denn wie sich die Verkehrsströme verteilen, kann auch über die Kostenverteilung entscheiden. Nach den Zahlen der Erhebung im Jahr 2010 ist der deutlich größere Teil des Verkehrs nach Ramsthal unterwegs. 3500 Fahrzeuge waren damals auf die KG 4 abgebogen, während nur 600 auf der Staatsstraße weiter nach Sulzthal gefahren waren.

Bei der Umgestaltung will das Staatliche Bauamt "möglichst wenig in die Natur eingreifen", wie Wacker erklärt. Denn in dem spitzen Winkel, den die Kreisstraße und die Staatsstraße bilden, steht eine Linde. Unter ihr ist ein Bildstock aufgestellt. Außerdem fließt der Sulzbach nur wenige Meter entfernt an der Abzweigung vorbei. Die dritte Problemstelle ist der Abschnitt Richtung Sulzthal. Auf der Fahrbahn sind deutlich Schäden zu sehen, auch wenn Wacker sagt: "So kaputt ist die Straße nicht." Sie sei aber relativ schmal. Zudem führe die Strecke durch ein Wasserschutzgebiet. Auch für dieses Teilstück der Staatsstraße sucht Wacker nach einer wirtschaftlichen Lösung.