Temperaturen um die 30 Grad Celsius und keine Wolke in Sicht - und das bereits seit mehreren Wochen. Was für Freibadbesucher und Sonnenanbeter purer Genuss ist, gibt Feuerwehrleuten und Behörden Grund zur Sorge. Schon ein glimmender Zigarettenstummel oder eine Glasscherbe können bei Trockenheit einen Waldbrand auslösen.

"Deshalb herrscht im Wald vom 1. März bis zum 31. Oktober Rauchverbot", sagt Christian Pörtner, der stellvertretende Dienststellenleiter der Bad Kissinger Polizeiinspektion. Grundlage dafür ist Artikel 17 des bayerischen Waldgesetzes. Kommt es zu einem Waldbrand, prüfen die Beamten ob es sich um eine Straftat - nämlich Brandstiftung - gehandelt hat. Das Strafmaß dafür reicht laut dem Gesetzestext von einer Geldstrafe, bis zu einer mehrmonatigen oder mehrjährigen Freiheitsstrafe. Pörtners Meinung dazu: "Damit kann man sich das Leben kaputt machen."

Partys in der Natur als Risiko

Kopfzerbrechen bereiten ihm in dem Zusammenhang vor allem Schulabgänger, die ihren Abschluss beispielsweise auf der Ilgenwiese im Klauswald feiern. "Die Jugendlichen trinken Alkohol, machen ein Feuer und schlafen irgendwann ein. Das Feuer brennt weiter und breitet sich zu einem Waldbrand aus." Für einen solchen Fall sind die Behörden allerdings vorbereitet. "Sollte sich der Brand zur Großschadenslage oder zum Katastrophenfall entwickeln, würde der Katastrophenschutzplan für den Landkreis greifen", teilt Melanie Hofmann, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Landkreis Bad Kissingen, mit.

Weniger Gedanken müssen sich Polizei und Ämter um die Sonnwendfeuer machen. "Die Genehmigungen dafür geben die Gemeinden", sagt Hofmann. Anders regelt das die Stadt Bad Kissingen. Thomas Hack, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, teilt auf Anfrage dieser Redaktion mit: "Sonnwendfeuer müssen grundsätzlich nicht von der Stadt genehmigt werden." Man verlasse sich auf die örtlichen Veranstalter, die sehr sensibel und verantwortungsvoll mit dem Thema umgehen würden. "Dabei sind die Feuerwehren stets ganz eng einbezogen." Greift das Feuer durch Funkenflug auf ein Gebäude oder einen Wald über, ist laut Melanie Hofmann klar, wer die Verantwortung trägt: "Verantwortlich ist grundsätzlich derjenige, der das Feuer entzündet hat."

Bäume gegen Waldbrandgefahr pflanzen

Darüber, wie die Feuergefahrlage derzeit in der Natur ist, weiß Wolfram Zeller von den bayerischen Staatsforsten Bescheid. "Es ist sehr trocken, besonders kritisch ist das in den Kieferbeständen." In der Rhön sei die Lage allerdings noch nicht extrem, gibt es hier doch verhältnismäßig viel Laub- und Mischwald. Der sei - so Zeller - grundsätzlich weniger gefährdet als Kiefer- oder Fichtenbestände. "Je weiter südlich ich gehe, desto kritischer wird es." Damit meint Zeller die fränkische Platte bei Schweinfurt und Würzburg.

Ein kritisches Areal gab es auch im Landkreis Bad Kissingen. "Das war bei Münnerstadt. Dort ist mittlerweile viel passiert. Wir haben den Nadelwaldbereich mit Buchen unterbaut", informiert Zeller. Die Buchen tragen dazu bei, dass der Boden nicht mehr ohne Vegetation ist. "Die Nadelstreu würde sonst einfach auf den Waldboden fallen." Dort könne sie als Zunder für einen Waldbrand fungieren. Durch die Buchen gibt es jedoch mehr Organismen in Bodennähe. "Die setzen die Nadelstreu dann schnell um", sagt Zeller.

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Waldbrand verhindern

Ein Waldbrand lässt sich leicht verhindern. Christian Pörtner, der stellvertretende Dienststellenleiter der Kissinger Polizei, sagt: "Wichtig ist, nicht gedankenlos unterwegs zu sein." Denn schon ein aus dem Auto geschnipster Zigarettenstummel könne einen Waldbrand entfachen. "Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte außerdem darauf achten, nicht auf einer Wiese zu parken." Der heiße Katalysator führe dazu, dass sich möglicherweise das trockene Gras entzündet. Wanderer sollten darauf achten, keine Glasscherben zurück zu lassen. "Die Scherben wirken bei der richtigen Sonneneinstrahlung wie ein Brennglas", sagt Pörtner.