Wenn am 10. Januar Rennfahrer-Legenden wie Bernd Schneider, Roland Asch und Claudia Hürtgen an den Start gehen, dann ist auch ein Waizenbacher mit von der Partie. "Hier werde ich mit unserem Team die Fahne für die Marke Mini hoch halten und Mini-Deutschland vertreten", freut sich Steven Fürsch auf das 24-Stunden-Rennen in Dubai. In der größten Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate treten DTM- und Formel-Fahrer gegeneinander an - ein Stelldichein der Marken Ferrari, Mercedes SLS, Corvette, Austin Martin, Porsche und BMW.


"Da siegte klar die Leidenschaft"

Steven Fürsch war schon immer schnell und wagemutig unterwegs, zunächst als Motocrosser auf dem Motorrad. Vor 20 Jahren hatte er dann aber einen schweren Unfall, weshalb er eine Zwangspause einlegen musste. Für ihn jedoch kein Grund, sich danach ein weniger gefährliches Hobby zu suchen. "Da siegte klar die Leidenschaft", gesteht der Waizenbacher, auch wenn seine Ärzte mit der Entscheidung nicht glücklich waren.

Fürsch liebt am Motorsport die Herausforderung von Geschwindigkeit und Geschicklichkeit "und mich mit anderen zu messen." Er sagt über sich, dass er schon immer von Natur aus ein extremer Mensch war, "null oder 100, ganz oder gar nicht." Vom Motorrad stieg er erst auf das Kart um, und seit zwei Jahren fährt er einen Mini Cooper Works des s.i.g.-Motorsport-Teams.


Die Familie steht hinter ihm

Seine Frau Sonja und seine Kinder Tammy und Jannis stehen hinter ihm, und wenn es geht, sind sie bei den Rennen stets dabei. "Sicherlich machen sie sich immer etwas Sorgen. Es wäre ja auch schlimm, wenn es nicht so wäre", meint der 43-Jährige.

Während viele Motorsportler ein Idol haben, eifert Steven Fürsch keinem Vorbild nach. "Nein, jeder Mensch, jeder Rennfahrer hat Stärken und Schwächen. Wichtig ist, dass man diese kennt, um in diversen Situationen diese richtig einschätzen und einsetzen zu können", meint er ganz nüchtern.

Ganz rational geht es auch in seinem Hauptberuf zu. Da ist der Waizenbacher angestellter Geschäftsführer einer Firma, die zum Beispiel Konferenzen im Internet möglich macht. Der Name FastViewer GmbH lässt jedoch erahnen, dass auch hier Geschwindigkeit eine gewisse Rolle spielt.

Wenn Steven Fürsch in wenigen Tagen nach Dubai fliegt, dann ist sein "kleiner Giftzwerg", wie er den Mini auch liebevoll nennt, schon da. Die Rennautos wurden nämlich bereits am 3. Dezember von Rotterdam aus nach Dubai verschifft. Sein "Mini R58 JCW Coupe Endurance" hat einen Turbomotor mit 1600 Kubikzentimetern, das Aggregat leistet 270 PS. Mit gerade mal 990 Kilogramm ist der Wagen ein echtes Leichtgewicht, die Karosserie besteht aus Kohlefaser. Der Mini verfügt über einen speziellen, im Windkanal von BMW entwickelten Heckflügel und ist mit Renngetriebe und -kupplung ausgestattet.


Piloten wechseln sich alle zwei Stunden ab

Das Team umfasst insgesamt 25 Mann, wovon vier als Rennfahrer auf die Piste gehen. Die Piloten wechseln sich alle zwei Stunden ab. "Bei einem Turn verliert man etwa drei Liter Köperflüssigkeit", macht Fürsch deutlich, dass dieses Rennen den Akteuren auch physisch alles abverlangt.

Bei den Autos fließt zwar kein Schweiß, dafür aber umso mehr Treibstoff durch die Benzinleitungen. "Einschließlich Trainingseinheiten verbrauchen wir 1400 Liter Sprit", schätzt der Waizenbacher. Und auch der Verschleiß an Rennreifen ist mit 50 Slicks enorm. Wenn die Zielflagge geschwenkt wird, ist das freilich Nebensache, und Steven Fürsch hofft, möglichst weit vorne zu landen. Einmal ist ihm das 2012 schon gelungen. Beim 24-Stunden-Rennen im spanischen Barcelona kam er immerhin auf den 7. Rang.