Thomas Hüf ner blieb ganz bescheiden: "So spektakulär habe ich das gar nicht eingeschätzt", sagte der 32-jährige Haustechniker aus Rupboden über seine Verfolgungsfahrt Anfang Dezember. Und doch ehrte Herbert Markert, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Bad Brückenau ihn und Elke Müller für ihren Einsatz. "Ohne Sie hätten wir den Dieb nicht dingfest machen können", sagte Markert und drückte den beiden eine Erinnerungsurkunde und ein kleines Geschenk in die Hand.

Kupferdiebstahl am hellerlichten Tag

Was war geschehen? Von August bis Dezember suchten Metalldiebe den Altlandkreis insgesamt 16 Mal auf. Meistens schlugen sie nachts zu. Der Verlust der Edelmetalle fiel den Eigentümern meist erst einige Zeit später auf - die Täter waren da schon längst über alle Berge und die Polizei tappte im Dunkeln. Doch am 7. Dezember machte sich ein Mann am helllichten Tage in einer Scheune in Rupboden zu schaffen. Seelenruhig lud er Heizungsrohre aus Kupfer in seinen Kleintransporter. Doch er hatte nicht mit der Wachsamkeit einiger Rupbodener gerechnet.

Elke Müller wollte sich gerade auf den Weg nach Bad Brückenau machen, als ihr der ungewöhnliche Wagen auffiel. "Der hat auf dem Bürgersteig geparkt, und zwar entgegengesetzt zur Fahrtrichtung. Da bin ich misstrauisch geworden", berichtete die 48-Jährige. Schnell rief sie einen Bekannten an, derweil wollte sich der Metalldieb schon aus dem Staub machen.

Verfolgungsjagd mit zwei Autos

Dann lief ihr Thomas Hüfner über den Weg. Die beiden nahmen sofort mit zwei Autos die Verfolgung auf. "In Mottgers ist er dann in eine Seitengasse gefahren und schnell wieder auf die Hauptstraße. Das war der Test, ob wir ihn verfolgen", erzählte Hüfner von der Verfolgungsfahrt. Über Handy hielten sie den Kontakt zur Polizei, die zwei Streifen schickten. Bei Oberzell konnten Polizeihauptmeisterin Stefanie Memmel, Polizeimeister Marcel Löhnert, Polizeihauptmeister Eberhard Fries und Polizeihauptmeisterin Monika Konopka den Täter endlich festnehmen.

"Das alles war nur möglich, weil Bürger ein wachsames Auge darauf hatten, was in ihrer Um gebung passiert", würdigte Markert das Engagement. Bei der Aufklärung von Straftaten ist die Polizei auf hilfreiche Tipps von der Bevölkerung angewiesen. In einigen Fällen vermuten die Beamten, dass die Tatorte zuvor ausgespäht wurden, deshalb rät Markert: "Lassen Sie niemanden auf Ihr Grundstück, der dort nichts zu suchen hat! Und bei verdächtigen Fahrzeugen sollten Sie immer das Kennzeichen notieren."