Dumpfe Töne hallen durch die Turnhalle am Schulzentrum Römershag. Im Takt. Boris Höttinger steht vor ein paar Jugendlichen, die Knie gebeugt, den Oberkörper leicht nach vorne geneigt. "Der Ball ist euer Freund", sagt er, "ihr sollt ihn spielen, nicht schlagen." Die Teilnehmer des Basketball-Camps tun es ihm nach. Und während die Bälle zwischen dem Boden und ihren Händen immer hin- und herwandern, wippen die Jungs und Mädels leicht, fast unmerklich.

Etwas mehr als ein Dutzend Jugendliche sind zum Trainings-Camp gekommen, dass Boris Höttinger, der seit Januar als Jugendsozialarbeiter in Bad Brückenau arbeitet, organisiert hat. Zwei Tage lang - am Donnerstag und am Freitag - üben sie von 9 bis 16 Uhr. Dabei sind sie in zwei Gruppen aufgeteilt: Während die Fortgeschrittenen an ihrer Technik feilen und unterschiedliche Taktiken durchspielen, lernen die Anfänger zunächst Grundkenntnisse: Auf den Korb zielen, den Gegner decken, den richtigen Wurf.

Begeisterung für den Sport

"Es geht nicht darum, ein Ergebnis zu erzielen, das auf der Punkte-Tafel abzulesen ist", sagt Höttinger. Die Jugendlichen bilden keine Teams und spielen auch nicht um Sieg oder Niederlage. Vielmehr trainieren sie gemeinsam, die Jüngeren schauen sich bei den Älteren ab, wie das Spiel den richtigen Drive bekommt. "Bei den jungen Leuten ist der Spaß am Spiel noch da", zeigt sich Alexander Albrecht sichtlich begeistert von den Teilnehmern. Der genau 2,04 Meter-Mann spielte lange in der zweiten Liga bei Eintracht Frankfurt und weiß aus eigener Erfahrung: "Bei älteren Spielern ist diese Begeisterung oft nicht mehr da."

Albrecht ist einer von drei professionellen Basketball-Spielern, die Höttinger - der selbst eine Trainier-Lizenz hat und seit Jahren als Schiedsrichter arbeitet - beim Training unterstützen. Johannes Marte aus Hünfeld zum Beispiel, der in der Regional-Liga für den ACT Kassel spielte und in Fulda studiert, ist einer von ihnen. "Den habe ich früher selbst trainiert", freut sich Höttinger über seinen ehemaligen Schützling. Auch Eduard Österle half mit. "Die machen das für ein T-Shirt und ein Mittagessen", lobt Höttinger das ehrenamtliche Engagement.

Eine Nische für Basketball

Das Basketball-Camp ist das erste Angebot, das Höttinger für die Jugendlichen der Stadt auf die Beine stellt. Ursprünglich waren zwei Camps geplant - eins für Anfänger und eins für Fortgeschrittene. Aber da sich nicht genug junge Leute anmeldeten, legte Höttinger kurzerhand die beiden Camps zusammen. Was will man auch erwarten von einer "Handball- und Fußball-Hochburg", wie es Brückenau sei? "Für die Jugendlichen ist es traurig, dass kein Jugendtraining in Bad Brückenau angeboten wird", bedauert Höttinger. Immerhin, ein Anfang ist gemacht.