Was die Kommunalpolitiker um Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) gerade in architektonischer Hinsicht sahen, war mehr als bemerkenswert. "Wir hatten das Glück", so Stadtführer Bruno Fischer in Karlsbad, "dass während der Weltkriege die Stadt weitgehend verschont blieb". Ähnlich war es in Marienbad und Franzensbad. Und gerade diese Architektur, die schon damals zum großen Teil für den Kurbetrieb genutzt wurde - genauso wie in Bad Kissingen - ist es, die im Zusammenspiel aller Bäder, die in einer Gemeinsambewerbung den Titel Weltkulturerbe anstreben, eine Einzigartigkeit in Europa darstellen.

"Tatsache ist, dass auch heute noch diese Häuser für den Kurbetrieb als Hotels, Pensionen und Sanatorien genutzt werden", so Kay Blankenburg zur Situation in Bad Kissingen. Auch deshalb ist er sehr zuversichtlich, dass die Bewerbung der Stadt von Erfolg gekrönt sein wird: "Ich glaube daran."

Der Stadtrat wird sich demnächst in Bad Kissingen mit dem Thema "Bewerbung Weltkulturerbe" befassen. Dann werden die bisherigen Ergebnisse vorgelegt und es ist eine Entscheidung darüber zu treffen, was man dafür auch auszugeben bereit ist. Fakt ist, dass einiges schon auf den Weg gebracht ist. Wie der Bad Kissinger Oberbürgermeister in Karlsbad von seinem Kollegen Petr Kulhanek erfahren hat, sind bereits einige Schreiben zwischen der tschechischen Regierung und der deutschen Botschaft in Prag unterwegs. In der Diplomatenpost dürfte es sich um das weitere Vorgehen im Sinne der beteiligten Städte drehen.

Zwei Gremien


Die Bewerbung der elf Bäder Europas als Weltkulturerbe wird im Übrigen von zwei Gremien nach vorne gebracht. Zum einen gibt es die politische Gruppe mit den (Ober-) Bürgermeistern, zum anderen eine Expertengruppe (Arbeitsgruppe). Ihr gehört aus Bad Kissingen Kulturreferent Peter Weidisch an und er hat auch schon seinen nächsten Termin in Sachen Weltkulturerbe: Am 5. und 6. November wird er in Montecatini in Italien an der nächsten Arbeitssitzung teilnehmen.

Dann geht es an die Erarbeitung einer Grundstruktur für die "management plans" (Management Pläne) und um Sachstandsberichte zu den "Schutzzonen, Pufferzonen und Sichtverbindungen in den beteiligten Städten." Da ist man schon sehr weit in den Details.