Die Stadt hatte geladen - und ganz viele kamen. Nicht nur eine stattliche Anzahl von Ausbildungsbetrieben aus dem Altlandkreis Bad Brückenau stellten ihre Berufe und Möglichkeiten zur Weiterbildung vor. Auch viele interessierte junge Menschen nutzten die Gelegenheit, mit Ausbildern und Auszubildenden ins Gespräch zu kommen.

Nicole Sawatzki und Laura Glöckner waren in die Georgi-Halle gekommen: "Ich finde es gut, dass man hier so viele Infos kriegt. Man kann schauen, welchen Beruf man erlernen könnte", lässt sich Nicole Sawatzki am Stand der VR-Bank von Ausbilderin Beatrix Lieb und Auszubildender Luisa Herbert alles rund um die Ausbildung zur Bankkauffrau erklären. Sie besucht zur Zeit noch die Mittelschule in Bad Brückenau und kommt im nächsten Jahr "raus". Konkrete Vorstellungen hat sie schon: "Ich mache ein Praktikum im Haus Waldenfels", würde sie gerne in Richtung Altenpflege gehen. Wie gut, dass das Pflegeheim auch mit einem Stand vertreten auf der Messe war.

Praktikum zum Schnuppern

Ihre Klassenkameradin Laura Glöckner hat noch ein Jahr länger Zeit: "Ich mache den M-Zug und verlasse erst 2015 die Mittelschule." Sie fand die Veranstaltung sehr hilfreich, denn: "Ich schwanke noch..." Und dann fügt sie begeistert hinzu: "Es ist nett, was die Betriebe hier alles anbieten, ich finde es echt gut hier!"

Die Schulleiterinnen Birgit Herré und Erika Hänlein hatten ebenfalls den Weg in die Georgi-Halle gefunden, um mit Betrieben in Kontakt zu kommen. Ihr Schondraer Kollege Otto Granich und sein Stellvertreter Max Mölter wissen, wie wichtig der Kontakt zu den heimischen Betrieben ist. Aus mancher Praktikumsstelle wurde in der Vergangenheit ein "Lehrvertrag", erzählen sie. Wobei sich das Blatt aufgrund der demographischen Entwicklung natürlich schon gewendet hat und viele Betriebe froh sind, wenn sie ihre Ausbildungsstellen überhaupt besetzen können.

Breite Auswahl an Berufen

Viel Zulauf hatte auch die Firma Hanse-Haus, die gleich mehrere Ausbildungsberufe im Angebot hat: "Wir stellen jedes Jahr über zehn Auszubildende ein", ist sich Oliver Schaub seiner Verantwortung einer guten Ausbildung bewusst. Direkter Ansprechpartner für die Auszubildenden sind vor Ort dann die Meister oder Abteilungsleiter. Viele junge Menschen interessieren sich nach wie vor für die "Klassiker" wie das Schreiner- oder Elektrohandwerk und natürlich die KfZ-Branche. Auch die Polizeiinspektion von Bad Brückenau war mit einem Stand vertreten.

Das Steuerbüro Rausch und Partner hatte eine Info-Mappe mit allen wichtigen Daten rund um das Thema Ausbildung im Steuerbüro für die jungen Bewerber zusammengestellt: "Das kam gut an", stellt Patrick Hahn fest, "viele Jugendlichen haben das dankbar mitgenommen, weil sie es daheim in Ruhe nochmal durchschauen möchten."

Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU), die ganz offenkundig nicht müde wird, die Werbetrommel für Bad Brückenau und den Altlandkreis zu rühren, brachte es angesichts der vielen Firmen, die sich große Mühe gemacht hatten und sich gut gelaunt präsentierten, auf den Punkt: "Die Region hat was zu bieten!" Ihr besonderer Dank ging an die Firmen GKN und Paul & Co., die vor zwei Jahren diese Messe mit initiiert hatten.

Interesse der Kommunalpolitik

"Wichtig ist, dass sich das Handwerk darstellt", freute sich Meyerdierks über viele kleinere Betriebe aus der Region , die einen Stand aufgebaut hatten. Auch einige Politiker waren gekommen. So ließ sich zum Beispiel Bezirksrätin Adelheid Zimmermann (FDP) von den Auszubildenden erzählen, was sich hinter ihrer Lehrstelle verberge und ob der Beruf Spaß ihnen mache. Auch die Bürgermeister ließen sich an den Ständen von Meistern und Auszubildenden Informationen über die Betriebe geben. Eine große Schar Brückenauer, längst dem Lehrlingsalter entwachsen, nutzten die Messe, um sich einfach umzuschauen - und zu staunen, was die Region doch alles zu bieten hat.

Frühlingsmarkt war eher mäßig

Parallel fand in der Innenstadt der Frühlingsmarkt statt. Bei nicht ganz so frühlingshaften Temperaturen ließen sich allerdings weniger Leute blicken als im Vorjahr. "Das Wetter war natürlich maßgebend, dass die Besucherzahl nicht so toll war", sagte Alfred Kötzner vom Sportgeschäft Kötzner. Er selbst könne sich zwar nicht beschweren, insgesamt hätte es aber durchaus besser sein können.