Dorothee Bär (CSU) nutzte die Gunst der Stunde. Die Abgeordnete des Deutschen Bundestages machte aus dem Besuch von Verkehrsminister Peter Ramsauer gleich eine Wahlkampf-Veranstaltung und lud Kommunalpolitiker aus der Region zu einer "Verkehrskonferenz" ein.

Die Idee kam gut an. Knapp 150 Besucher aus den Landkreisen Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld und Haßberge saßen an diesem lauen Sommerabend draußen vor der Georgi-Halle. Peter Ramsauer, Bezirksrat Siegmund Kerker, die Landräte Thomas Habermann (Rhön-Grabfeld) und Thomas Bold (alle CSU) stellten sich den Fragen der Gäste - und die nutzten die Chance und die offene Gesprächsatmosphäre.

Probleme mit der Bahn

Zuvor aber führte Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) den Besuch aus Berlin durch die Stadt. Interessiert schaute sich der Minister alles an, Meyerdierks zeigte ihm Orte für alte und neue Projekte. Das neue Einkaufszentrum in der Sinnaustraße war eines der ersten Ziele der Stadtführung. Anschließend folgte die Besichtigung der Unterhainstraße, in der gerade Bauarbeiten laufen. Durch die Ludwigstraße ging es direkt zum 18 Millionen Euro-Projekts Haus Waldenfels.

Bei der anschließenden Verkehrskonferenz kam jeder zu Wort, der sein Anliegen vortragen wollte. Zum aktuellen Stand der Sinntalbahn erkundigte sich nicht nur Meyerdierks. Der Minister selbst stellte klar, dass "ein Verkaufsverbot für Bahnhofsgebäude besteht." "Dieses Thema nehme ich mit, wir setzen uns damit auseinander", versicherte der Bundesverkehrsminister.

Sorgenkind B27

Ein weiteres Thema war, dass im Fall einer Sperrung der Autobahn A7 der gesamte Verkehr durch die Stadt rollt. Meyerdierks sprach sich deshalb für eine gesonderte Umleitung des Schwerlastverkehrs aus. Die Abstufung der B27 zu einer Staatsstraße wird schon länger diskutiert. Und der durchweg katastrophale Zustand der B27 von Motten bis Oberleichtersbach sorgt schon lange in der Bevölkerung für Unmut.

Hier versprach Landrat Thomas Bold Besserung: "In den nächsten Jahren werden wir die B27 konsequent herrichten." Bürgermeister Wilhelm Friedrich (CSU) aus Zeitlofs merkte an, dass die Staatsstraße 2289 die meistbefahrene Straße im ganzen Landkreis sei und sich da etwas bewegen müsse. "Für Instandhaltungen ist viel zu wenig Geld vorhanden", machte Ramsauer wenig Hoffnung.

Auch Stadtrat Hartmut Bös (CSU) meldete sich zu Wort. Der Minister sei ja auch über die Kissinger Straße in die Stadt gekommen. "Ihr Auto ist wahrscheinlich gefedert", sagte Bös.

Kissinger Straße ist Thema

Aber der Zustand der Straße sei nicht mehr tragbar. "Ich habe das Gefühl, das wird vernachlässigt." Wir sind eine Kurstadt, wir sind eine Touristen-Stadt", machte Bös klar und spontaner Applaus unterstützte seinen Beitrag. "Toll ist das nicht", antwortete Ramsauer. Ihm sei die Straße in der Tat aufgefallen. "Zufahrtsstraßen sind für ein Staatsbad immer eine Visitenkarte", sagte er. Baudirektor Gerhard Rühmkorf, der im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung für die Bundesländer Bayern und Hessen zuständig ist, erklärte: Der Bund gebe zwar das Geld. Was aber damit gemacht werde, ist Sache des Freistaates Bayern.

Der Abend klang in lockerer Stimmung aus. Dass Bold am Ende noch kräftig die Werbetrommel für die Kandidaten der CSU rührte, war ebenso selbstverständlich. Genauso wie der Eintrag ins Goldene Buch.