Die Schrecken der vergangenen Nacht standen der betroffenen Familie am Sonntag noch deutlich ins Gesicht geschrieben: Am späten Samstagabend wurde ihre etwa 600 Quadratmeter große, im Jahr 1922 solide gebaute Scheune im Zeitlofser Ortsteil Eckarts ein Raub der Flammen. Die nur noch teilweise landwirtschaftlich genutzte Scheune, im hinteren Bereich befanden sich - zum Brandzeitpunkt zum Glück leere - Pferdestallungen, wurde vom 54-jährigen Besitzer für seine Reifenservicefirma als Lager und Werkstatt genutzt. Geschätzter Sachschaden: 100.000 Euro.

Der Dachstuhl mit darin befindlichem Partyraum und Sauna brannte komplett aus, die darunter befindlichen Gewerberäume mit Maschinen dürften vermutlich vor allem durch Löschwasser zum Totalschaden werden. Ein Teil der für Kunden eingelagerten Reifen wurd noch in Sicherheit gebracht, zahlreiche Reifen platzten jedoch durch die starke Hitze. Diese ließ am direkt anliegenden Wohnhaus sogar die Rollläden schmelzen und Fensterscheiben bersten.

Dank des beherzten Eingreifens der Feuerwehren aus allen Zeitlofser Ortsteilen, aus Bad Brückenau und Wernarz wurde ein Übergreifen auf das Wohnhaus und die Nachbaranwesen vermieden. Selbst der unmittelbar vor der Scheune stehende Baum weist nur geringe Brandschäden auf.

Größter Kritikpunkt des Hausbesitzers, gleichzeitig auch Kommandant der örtlichen Wehr, ist die nicht ausreichende Wasserversorgung über die in der Nähe befindlichen Hydranten. Zum Glück führte der nahe gelegene Krechenbach hochwasserbedingt ausreichend Wasser. Unter der Einsatzleitung von Kreisbrandmeister Wolfgang Kenner wurde gegen Mitternacht Entwarnung gegeben. "2009 hatten wir schon einmal Feuer an der Scheune, zum Glück damals schnell entdeckt und gelöscht. Die Brandstifter konnten nie ermittelt werden. Damals habe ich Gott sei Dank meine Feuerversicherungen alle überarbeiten lassen", sagte der immer noch sichtlich mitgenommene Hausherr.

Ehemaliger Wehrmann half mit

Leider entwickelte sich neben dem eigentlichen Brandherd ein weiterer tragischer Zwischenfall: Der Landwirt des Nachbaranwesens, mit 64 Jahren erst unlängst als Feuerwehrmann in den Ruhestand getreten, erlitt beim Versuch am Hydranten vor seinem Haus ausreichend Wasser auf die Schläuche zu bringen, vor den Augen seiner mithelfenden Ehefrau einen Herzinfarkt. Er konnte zwar dank der anwesenden Rettungskräfte reanimiert werden, befindet sich derzeit jedoch in einem kritischen Stadium im Fuldaer Klinikum.

Auch ein weiterer Eckartser Feuerwehrmann, ebenfalls mit einem Neubau Nachbar des Brandanwesens, engagierte sich zu stark bei den Löscharbeiten. Der 31-Jährige musste mit Symptomen einer Rauchgasvergiftung auf die Intensivstation nach Bad Brückenau eingewiesen werden. Erst nach Ende der Löscharbeiten stellte sich dann heraus, dass es der ältere Sohn des 64-jährigen Landwirts war.

Momentan ist die Scheune weiträumig gesperrt, da immer wieder Dachziegel herabstürzen und die gesamte Statik des Ziegelmauerwerks Risse aufweist. Hier ist mit Totalschaden zu rechnen. Die Brandursache ermitteln nun Brandspezialisten aus München .