Es war ein Drama am Rande: Der Bundesinnenminister besucht die Kurstadt an der Saale. Das ist klare Chefsache. Oberbürgermeister Kay Blankenburg unterbrach extra den Urlaub, um den hohen Besuch persönlich zu empfangen. Man plauderte nett und war sich schnell einig, dass es besser sei, sich nicht mit den starken Sambo-Jungs von Albert Köpplin anzulegen.

Dann kam der mit Spannung erwartete Moment: Blankenburg führte den Gast an einen aufwendig dekorierten Tisch, auf dem das goldene Buch der Stadt drapiert war. Friedrich sollte sich standesgemäß verewigen. Mit schweißnasser Stirn reichte der OB einen edlen Füllfederhalter und, oh Schreck: Das Ding schrieb keinen Strich! Im Gegensatz zu Blankenburg wollte das störrische Schreibgerät lieber im Urlaub bleiben.