"Saxofon trifft Oboe", das war ein Hörgenuss der besonderen Art. Rund 150 Besucher der Pfarrkirche Ebenhausen kamen in den Genuss. Veranstaltet wurde dieses Konzert von der Blaskapelle Ebenhausen, die damit die Vielseitig- und Einmaligkeit ihres Ausbildungsangebotes präsentieren und ihren erwachsenen Oboen-Schülern für ihr ungewöhnliches Instrument einen angemessenen Rahmen bieten wollte.

Die meisten Konzertbesucher wussten wohl nicht so recht, was sie da erwartete. Das angekündigte Saxofon-Ensemble war schon häufiger zu hören gewesen, aber die Oboen hatte man in dieser Form in Ebenhausen noch nie gehört. Gelohnt hat es sich allemal, denn die musikalische Bandbreite war sehr groß und reichte vom Barock bis zur Moderne. Durch das Programm führte souverän die Pfarrgemeinderatsvorsitzende und Hausherrin Karin Haut.

Den Einstieg machte das Saxofon-Ensemble "Ohne Namen" bestehend aus Gudrun Schaller, Jutta Sebert (beide Tenor-Sax), Norbert Müller (Bariton-Sax), Franziska Schubert und dem musikalischen Leiter Thomas Haut (beide Alt-Sax), die zunächst einige traditionelle deutsche Weihnachtslieder zum Besten gaben. Dann erklang eine ungewöhnliche Kombination aus Orgel und Oboe, die allerdings bestens harmonierten und die Kirche mit ihrem satten Klang erfüllten. Hier waren die Interpreten Eberhard Schmitt an der Orgel, und Anne Reuter an der Oboe. Danach ging es in die Welt der Klassik: Die Ausbilderin Silke Augustinski an der Oboe trug mit ihren beiden Schülerinnen Claudia Geyer (Querflöte) und Sabine Rüger (Klarinette) Stücke der Komponisten Bizet, Händel, Haydn und Beethoven vor.

Mit der Solistin Silke Augustinski kam einer der Höhepunkte des Abends. Sie zeigte den Zuhörern ihre Virtuosität an der technisch schwierigen Oboe mit vier Sätzen aus der Fantasie in A-Moll von Georg Philipp Telemann. Luft schöpfen konnte die Musikerin nach dem Kraft und Atemluft raubenden Vortrag bei einer besinnlichen Weihnachtsgeschichte, die von der Gastgeberin Karin Haut vorgetragen wurde. Danach lieferte der zweite Vortrag des Saxofon-Ensembles ein komplettes Kontrastprogramm und begab sich in die Gefilde des Pop und Swing mit modernen englischen Weihnachtsklassikern wie "White Christmas" oder "Winter Wonderland".

Die komplette Oboen-Klasse der Blaskapelle Ebenhausen war dann endlich gemeinsam zu hören: Claudia Geyer, Sabine Rüger, Silke Augustinski, Anne Reuter, Margot Arenz und Eberhard Schmitt bewiesen ihr Können mit drei Tänzen aus dem Barock von Rossi, Faber und Telemann. Ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellen konnten einige Oboen-Schüler bei dem Konzert, da sie nicht nur ein Instrument spielen. Eberhard Schmitt war auch an der Orgel, Sabine Rüger an der Klarinette und Claudia Geyer an der Querflöte und am Englisch Horn, einem Alt-Instrument aus der Oboenfamilie, zu hören. Den Abschluss des Konzertes bildete das Lied "Maria durch ein Dornwald ging" gespielt von Silke Augustinski zusammen mit Margot Arenz.
Das Konzertpublikum belohnte die Musiker mit lang anhaltendem Applaus und einem Griff in den Geldbeutel für die Spendenkörbchen, deren Inhalt zwischen Blaskapelle und der Pfarrgemeinde aufgeteilt wird. Verwendet werden sollen die Spenden für die Renovierung der Kirchenorgel und die musikalische Ausbildungsarbeit der Musiker.