Sechs DJs, 16 Bands und mehr als 3000 Gäste: Die Geburtstagsparty zum fünften Festival-Jubiläum im vergangenen Jahr konnte sich wirklich sehen lassen. Selbstredend, dass die Lutzi-Orga-Crew um Christian Stahl und Klaus Schmitt in der sechsten Runde nicht nachstehen will - im Gegenteil. Erneut legen sich die jungen Leute zwei Tage für die Musikfreunde der Region mächtig ins Zeug. Bevölkert wird das Sportgelände des FCE Rottershausen deshalb auch von keinen Geringeren als den Festivalgrößen "Montreal" und den fränkischen Volksrockern "Kellerkommando".

Da sollte noch mehr gehen

Spätestens als die letzten Akkorde von "Emil Bulls" verklungen waren, stand in Rottershausen fest: Da geht noch mehr! Ausgelassen wurde 2014 erstmals über zwei Tage hinweg getanzt und gefeiert, bis der Morgen graute. Nun legt die Lutzi-Mannschaft noch einen Zahn zu. Drei Bühnen, 22 Bands und DJs sind ihre Basis für das nach eigenem Empfinden wohl "netteste und natürlich schönste Festival in der Region und vielleicht sogar überhaupt". Auftrumpfen wollen sie heuer unter anderem mit "Montreal" und "Kellerkommando".

600 Konzerte in über 15 Ländern

Erstere sind eingefleischten Szenegängern im Landkreis sicher nicht nur Dank große Sommer-Events seit vielen Jahren ein Begriff. Bereits im April 2010 holte die Musikinitiative Hammelburg e.V. die bekannte Hamburger Pop-Punk-Band "Montreal" in ihr Wasserhaus, um gemeinsam mit der Supportband "Mofa" einen gepflegten "Abriss" zu zelebrieren. Seitdem hat sich die Bilanz von Yonas (Gitarre, Gesang), Hirsch (Bass, Gesang) und Max Power (Schlagzeug) noch einmal deutlich weiterentwickelt. Mittlerweile gehen rund 600 Konzerte in über 15 Ländern, unter anderem mit der "Bloodhound Gang", "Slime", "Royal Republic" und "Ignite" auf ihr Konto. Auch ein neues Machwerk in Form ihres aktuellen fünften Albums "Sonic Ballroom" (2014) ist inzwischen am Start.
Mit "Kellerkommando" ist das Engagement einer echten "Perle" geglückt. Die selbsternannten "Kulturbotschafter im Sondereinsatz" haben ihren Spezialauftrag natürlich auch ins Unterfränkische mitgebracht. Denn in Rottershausen gilt es ebenfalls, die "fehlende Verbindung zwischen Jahrhunderte altem Brauchtum und modernen Abgeh-Sounds" zu knüpfen.

Schaffen wollen das die sieben Bamberger mit einem, wie sie sagen, "sofort ansteckenden, anarchistischen Breitwand-Mix aus Alt und Neu", also ihrer so ganz eigenen Brücke zwischen angesagten Urban Vibes und fränkischer Volksmusik. Heraus kommt dabei authentischer Crossover, frei nach dem Motto "Raus aus dem Keller - rein in den Club!". Und das hat immerhin schon die Massen bei renommierten Veranstaltungen wie dem "Splash", dem "Chiemsee Summer Festival" oder auch dem "Taubertal Festival" überzeugt.

Rock trifft auf Rap

Was die Großen können, das kann Rottershausen schon lange. Diese Botschaft hat sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als durchgesetzt. Was die Veranstaltung im sonst so beschaulichen Ort im Kern ausmacht, ist nur schwer in wenige Worten zu fassen. Die Verantwortlichen versuchen sich daher eher farbenfroh, indem sie sagen: "Party um die Ecke trifft auf Festivalfeeling pur, durchgeknallte Camper treffen auf eingefleischte Ureinwohner, Hip Hopper auf Punkrocker, Burgermann auf Handbrotbäcker, Kater vom Freitag auf Party am Samstag, Mädchen auf Jungs, alt auf jung und die Stars des Festivalsommers geben den Lokalhelden die Klinke die Hand."

Heraus aus den Nischen

Ein Nischenfestival wollen sie nach wie vor nicht sein. Immerhin hat sich das Konzept bislang mehr als nur bewährt. Ihrem Grundsatz "gebucht wird, was gefällt" bleiben Schmitt, Stahl und der Rest des Teams deshalb auch diesmal treu. Das Ergebnis: "Für die unterschiedlichen Geschmäcker wird wie gewohnt eine bunte Mischung von Rock, Punk, Pop und Reggae über Hip Hop, Rap und Funk, bis hin zu elektronischen Beats geboten." Und so darf sich das Publikum nicht nur über "Montreal" und "Kellerkommando", sondern obendrein auf die Punkrocker von "First Class Ticket, das Deutschrap-Urgestein Fatoni" sowie die Berliner "electro live Band" Arnold & Sukroso freuen.

/> Mehr Platz für die Camper

Für noch mehr Abwechslung zwischen den Bühnen hat das Team 2015 ebenfalls gesorgt. "Hier gibt es wieder die eine oder andere Überraschung zu entdecken, wie unter anderem einen neuen, größeren Campingplatz", verraten Stahl und Schmitt schon jetzt. Mehr wollen sie allerdings noch nicht verraten. red