Klaus Hofmann, Religionspädagoge aus Nüdlingen

Die Vorwürfe gegen den Limburger Bischof Tebartz-van Elst findet der Leiter der Bildungseinrichtung "Haus Volkersberg" im Landkreis Bad Kissinen sehr unangenehm. "Für Außenstehende entsteht der Eindruck, dass viel Geld, man muss ja sagen, verprasst worden ist und dass Tebartz-van Elst versucht hat, das zu vertuschen." Hofmann sieht eine große Spanne zwischen den Vorgaben von Papst Franziskus einerseits und dem Handeln in Limburg andererseits. Tebartz-van Elst solle sein Amt zur Verfügung stellen. "Die Geschichte schadet dem Ruf der Kirche. Die Leute fragen zurecht, was mit ihrer Kirchensteuer geschieht", sagt Hofmann. Er betont aber, dass man von außen kein endgültiges Urteil fällen kann. Er vertraue auf Papst Franziskus. "Ich wünsche mir Klarheit. Die Karten müssen jetzt alle offen gelegt werden."


Laien einbinden

PfarrerArmin Haas, Pfarreiengemeinschaft Schondra/Oberleichtersbach

"Was da passiert ist, geht unter keinen Umständen", kommentiert Pfarrer Armin Haas die bislang bekannten Fakten aus Limburg. Aus seiner Sicht sei die fehlende Transparenz in Teilen der katholischen Kirche nicht mehr zeitgemäß. Umso wichtiger sind ihm klare Zuständigkeiten in seinem eigenen Einflussbereich: "Ich als Pfarrer kann nichts ohne die Kirchenverwaltung tun, und da habe ich auch nur eine Stimme." Auch er selbst habe lernen müssen, dass er nicht jede visionäre Idee umsetzen lassen kann, sondern sich eben von den Vertretern der Pfarrgemeinden "auch mal was sagen lassen muss." Im Gegensatz zum Limburger Bischof hat Haas viel Vertrauen zu Papst Franziskus: "Er fasziniert mich immer mehr", fasst er seine intensive Beschäftigung mit dem neuen Kirchenoberhaupt zusammen.


Vertrauen auf Papst

Sonja Sitte (54), Katholikin aus Bad Brückenau

Ein klares Signal aus Rom erwartet sich Sonja Sitte: "Ich würde mir einen Schnitt erhoffen, damit klar wird, dass es so nicht geht", sagt die 54-Jährige. Den Limburger Bischof Tebartz-van Elst hält sie für "entweder größenwahnsinnig oder krank." Und sein Vorgehen sei nach allem, was bisher bekannt sei, ja schon kriminell. "Das passt nicht zu dem, was Gott und Jesus gewollt haben", ist sich die katholische Christin sicher. Der Kirche den Rücken kehren wird sie dennoch sicher nicht, allerdings sei ihr die Amtskirche auch in vielen Belangen fremd: "Ich gehe lieber mal für mich alleine in die Kirche", sagt die 54-Jährige. Als echten "Hoffnungsträger" sieht die Bad Brückenauerin dagegen Papst Franziskus. "Er scheint das, was er predigt, ja auch zu leben", ist sie von ihm beeindruckt.


Kritische Distanz

Siegfried Bünger-Lang, evangelischer Christ

Als evangelischer Christ verfolgt Siegfried Bünger-Lang die Diskussionen um die katholische Kirche zwar "nicht mit Häme oder Schadenfreude, aber man wundert sich doch." Der 73-Jährige und seine 70-jährige Frau sind aktuell zum ersten Mal zu Gast in Bad Kissingen. Beide sehen mit kritischer Distanz auf die katholische Kirche: "Ich habe immer den Eindruck, die Katholiken möchten uns was vorleben", kommentiert er das Verhältnis zwischen den Konfessionen. Zwar gebe es bei den Protestanten eine größere Nähe zwischen Laien und Geistlichen, aber: "Ganz ausschließen würde ich solche Vorfälle auch bei uns nicht." Für Siegfried Bünger-Lang bleibt nur eine Lösung: "Eigentlich müsste er seinen Posten verlassen." Deshalb hofft der 73-Jährige nun auf Papst Franziskus.


Großes Interesse


Gerlinde Bünger-Lang, Touristin aus Niedersachsen

Selbst im Urlaub verfolgt Gerlinde Bünger-Lang die Diskussion um den Limburger Bischof Tebartz-van Elst mit großem Interesse. "Der Mann ist nicht mehr haltbar", lautet ihr Urteil. Bereits seine ganze Art sei kein gutes Vorbild: "Er hat schon ein auffälliges Geltungsbedürfnis." Vor allem aber treibt die 70-Jährige jetzt eine andere Frage um: "Wer kommt denn für den Schaden auf?" Schließlich seien die Baukosten ja nicht nur um ein Vielfaches gestiegen, sondern auch immer noch nicht vollständig bekannt.