Die vielen Ordner und Schriftstücke sind aus dem Haus von Ulf Zeidler in das neue Büro des BN in Bad Brückenau umgezogen. Jetzt hat Zeidler Platz für ein besonderes Dokument: die Verleihungsurkunde der Bürgermedaille. "Ich weiß noch nicht, wo ich sie aufhängen werde", sagte Zeidler beim Neujahrsempfang.
Die Stadt würdigt mit der Auszeichnung sein langjähriges Engagement für den Naturschutz. Bis zu seinem Rückzug im vergangenen Herbst war Zeidler der dienstälteste Kreisvorsitzende des BN in Bayern. Mehr als 30 Jahre leitete er die Naturschützer im Landkreis.

1936 in Marienbad geboren und in Eberbach bei Heidelberg aufgewachsen, kam Zeidler als Bundeswehrsoldat nach Hammelburg. Er sei der Erste gewesen, der die Bedeutung von Truppenübungsplätzen für den Naturschutz thematisierte, sagte Bürgermeister Ernst Stross (SPD) in seiner Laudatio. Zeidler habe den Umweltschutz nicht nur vor Ort verankert, sondern mit seiner konstruktiven Streitkultur auch den Landesverband sehr unterstützt. Er habe "zum Ansehen der Stadt Hammelburg beigetragen".

Der Naturschutz bleibt in Zeidlers Leben eine feste Größe, auch wenn er nicht mehr Vorsitzender des BN ist. Als Beispiel zitierte der Bürgermeister aus einem aktuellen Schreiben an die Stadt. Darin bittet Zeidler die Verwaltung, bei den geplanten Bauarbeiten im Baderturm die Brutzeit der Falken zu beachten und Brutnischen zu schaffen.
Der Geehrte reichte das Lob an die Mitglieder des BN weiter: "Zeidler ist nicht der Bund Naturschutz. Es gibt 1000 andere. Allein kann man wenig machen." Zeidler erinnerte an die vielen engagierten Gruppen, die zum Beispiel Kröten sammeln, nach den Fledermäusen in den Kirchtürmen schauen oder Besucher zu den Adonisröschen auf dem Sodenberg begleiten. "Wir haben tolle Gruppierungen um die wir oft beneidet werden", sagte Zeidler, der im Herbst die Verantwortung an Franz Zang übergeben hatte.

Dass auch für Stross langsam das Ende seiner Amtszeit anläuft, erinnerte zweiter Bürgermeister Reimar Glückler (CBB). Er dankte Stross für die Zusammenarbeit und sagte: "Die kommenden zwölf Monate werden vielleicht nicht so leicht wie die vergangenen fünf Jahre."
Stefan Böhle (CSU), Ortsbeauftragter von Untererthal, erklärte, was er sich in der Zeit für seinen Ortsteil wünscht. So würde sich die Feuerwehr, die ihr 140. Gründungsjubiläum feiert, über ein neues Transportfahrzeug freuen. Die Renovierung der Alten Schule stand zudem auf seiner Liste. Und zwischen dem Drei-Mühlen-Brunnen und der Ortsmitte sei eine Gedenkstätte für die aus dem Dorf deportierten Juden denkbar.


Stadtplakette für Waldemar Greß


Auszeichnung Über die Stadtplakette für kulturelle Verdienste kann sich Waldemar Greß aus Westheim freuen. Aus beruflichen Gründen konnte Greß die Ehrung jedoch nicht beim Neujahrsempfang entgegennehmen.

Film Greß ist vor allem als Filmchronist seines Heimatortes bekannt. Er gründete 1974 den Film- und Fotoclub Westheim, dessen Vorsitzender er bis heute ist. Greß war auch Initiator des GeFiGa-Vereinsheims und der Idee für die "drei Vereinsheime unter einem Dach".

Fasching
Das Engagement des Geehrten geht über die Filmerei hinaus. Greß war Gründer der Rot-Kreuz-Jugendgruppe und war mit 15 Jahren der jüngste Ausbilder im Kreisverband Hammelburg. Der Pfarrgemeinderat, der Gartenbauverein und der Männergesangverein zählen ihn zu ihren Mitgliedern. Bekannt ist Greß aber insbesondere als Organisator und Moderator der Westheimer Faschingsumzüge.