Aber der Rahmen entspreche dem Anlass: Nach mehr als 30 Jahren ging Horst Schünzel (67) in den Ruhestand. Als Kaufmännischer Direktor war er verantwortlich für das Bad Kissinger DRV-Reha-Zentrum mit den Kliniken "Saale" und "Rhön" sowie die "Hartwald"-Klinik in Bad Brückenau. Die drei Häuser haben zusammen 458 Mitarbeiter und 586 Betten.

Nachfolger ist Udo Federlein, Verwaltungschef in der "Marbachtal"-Klinik des Kooperationspartners der DRV Oldenburg-Bremen. Er wird das Reha-Zentrum mit übernehmen. Damit werde die Zusammenarbeit noch enger, sagte Reimann.

Nach Angaben von Reimann wird auch für Bad Brückenau eine Lösung auf Ebene der träger-übergreifenden Kooperation gesucht. Vorerst werde "Vize" Andreas Heim als Kaufmännischer Direktor fungieren.

Als einer von zwölf Rednern sagte Reimann, es sei der DRV gelungen, die Reha als unverzichtbaren Teil der Daseinsvorsorge zu verankern und ihre Kliniken am Markt zu positionieren. Die Anforderungen an die dritte Säule des Gesundheitssystems seien hoch und würden weiter wachsen. Der Reha-Bedarf nehme zu. Der Prozess der Entwicklung müsse sich an Patienten und Ergebnissen orientieren, aber auch an der Wirtschaftlichkeit. In die Kooperation seien die Rehabilitanten und die Arbeitgeber einzubeziehen.

Schünzel kam 1983 zur damaligen BfA, zunächst als Verwaltungsleiter der Klinik "Rhön". 2000 wurde er nach der Fusion mit der Klinik "Saale" verantwortlich für das gesamte Reha-Zentrum Bad Kissingen. 2008 übernahm er zusätzlich die kaufmännische Leitung des Reha-Zentrums Bad Brückenau.

Landrat Thomas Bold (CSU) sagte, die DRV habe für die Entwicklung und medizinische Kompetenz im Landkreis wesentliche Bedeutung. Sie sei ein großer Arbeitgeber. Schünzel habe dafür gesorgt, dass sie stets auch verlässlicher Partner war.

Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) sagte, eine Ära gehe zu Ende. Er nannte Schünzel ein "DRV-Urgestein", das Bad Kissingen ganz entscheidend mitgeprägt habe.

Horst Schünzel zeigte sich überwältigt. Er skizzierte seinen Werdegang nach und in Bad Kissingen, erinnerte an Meilensteine in der Entwicklung des Reha-Zentrums. Viele Ziele seien erreicht worden, so eine Auslastung von mehr als 99 Prozent. Der Landtagsabgeordneten Sabine Dittmar (SPD) legte er nahe, sich für eine Erhöhung der Reha-Budgets einzusetzen. Jetzt könne er seinen "barocken Neigungen" intensiver nachgehen.

Udo Federlein (40) stammt aus Elfershausen und lernte Bürokaufmann unter anderem bei der Carl von Heß'schen Stiftung in Hammelburg. 1992 ging er als Angestellter zur Landkreisverwaltung. Noch im selben Jahr wurde er Leiter der Finanzabteilung der Sozialeinrichtungen. 2001 wechselte er zur "Marbachtal"-Klinik. Hier ist er seit 2008 kaufmännischer Leiter.

Berufsbegleitend bildete er sich an der Uni Eichstätt zum Diplom-Krankenhausbetriebswirt weiter und schloss bis 2012 zwei Fernstudien in Krems als Master ab. Fachrichtungen: Gesundheitsmanagement und Business Administration. Er ist auch in der Lehre (Betriebswirtschaft und Krankenhausbetriebslehre) tätig.

Udo Federlein wohnt in Diebach, ist verheiratet und hat zwei Kinder.