"Gregorianic meets Pop" heißt das Programm, mit dem die Gregorian Voices auf ihrer Sommertournee von den Konzertbesuchern begeistert gefeiert werden. Aufgrund der großen Nachfrage findet am Mittwoch, 15. August, um 19 Uhr in der Christuskirche in Bad Brückenau ein weiteres Konzert von "The Gregorian Voices" statt.

Unter Gregorianik oder gregorianischem Choral versteht man den einstimmigen, unbegleiteten, liturgischen Gesang der katholischen Kirche in lateinischer Sprache. Bis heute werden verschiedene Theorien zur Entstehung der Melodien diskutiert. Gesichert erscheint, dass die Form der gesungenen Liturgie im Wesentlichen aus Rom stammt, wo sie zwischen dem 4. und dem frühen 8. Jahrhundert nach und nach entstand. Im klerikalen und im klösterlichen Leben des Mittelalters hatte das gesungene Lob Gottes, Laus Dei, den höchsten Stellenwert. Kleriker und Mönche widmeten viele Stunden des Tages und der Nacht dem Singen und der Weiterentwicklung der Liturgie.


Zeitreise durch zwölf Jahrhunderte

Heute, 1200 Jahre nach seiner Blütezeit, entdeckt eine große Zuhörerschaft die heilsame Wirkung des Gregorianischen Chorals sowie die Freude an überraschenden Interpretationen von Popsongs. So erleben die mittelalterlichen Sakralgesänge dank des Könnens von Chören wie "The Gregorian Voices" ein fulminantes Comeback. Dem Publikum öffnet sich eine Tür zu einer musikalischen Zeitreise durch zwölf Jahrhunderte.

Dass es diesen grandiosen acht Künstlern immer wieder gelingt, eine geheimnisvolle Atmosphäre zu schaffen, bewiesen "The Gregorian Voices" erneut, als sie ihre Tournee ins Kloster Ebersbach führte, in dem der Film "Der Name der Rose" von Umberto Eco gedreht wurde. Es war einfach sensationell, wie dieser Chor inmitten der historischen Kulisse die mystische Grundstimmung des Films wieder aufleben ließ. Die Zuhörer erleben die Faszination, die diese gesungenen Gebete ausüben.


Das Programm

Die erste Hälfte dieses Programms besteht aus klassisch gregorianischen Chorälen, orthodoxen Kirchengesängen und Liedern der Renaissance und des Barock, die in lateinischer Sprache vorgetragen werden. Neben dem "Ave Maria" und dem "Ave Maris Stella" wird dem Publikum das andachtsvolle Kyrie "Missa Orbis Factor" geboten. Es folgen unter anderem orthodoxe Lieder von Ioan Kukusel (1280-1360) und ein kunstvoller Kanon "Cantate Domino" von Heinrich Schütz (1585-1672). Das moderne "Pie Jesu" aus dem Requiem von Andrew Lloyd Webber (1984) gewann 1986 den Grammy Award für die beste klassische zeitgenössische Komposition.


Adaption von Popsongs

In der zweiten Hälfte demonstrieren die acht Künstler, wie englischsprachige Popsongs in einer gregorianischen Adaption klingen. Auch hier elektrisieren sie durch ihr beachtliches Stimmpotenzial und zaubern Gänsehautatmosphäre in jeden Kirchenraum. Neben Leonhard Cohens "Hallelujah" werden unter anderem "Sound of Silence" von Simon & Garfunkel sowie Bob Dylans "Knocking On Heaven"s Door" und Rod Stewards "I"m Sailing" interpretiert. "The Gregorian Voices" berühren und entführen den Zuhörer in die Welt der mittelalterli- chen Klöster und zeigen, wie Gregorianik heute klingen kann: authentisch und zeitgemäß. Das Repertoire reicht von Ave Maria über Lieder der Renaissance und des Barock bsi hin zu Klassikern der Popmusik wie "I am Sailing" von Rod Stewart, "We are the world" von Michael Jackson und "Thank you for the Music" von Abba.