Bad KissingenBei der Telefon-Aktion der Saale-Zeitung standen Dr. Maximiliane Deckart und Dr. Joachim Harth am "Aktionstag gegen den Schmerz" als Experten am "Schmerz-Telefon" Rede und Antwort. Zwei Stunden lang konnten Leser die beiden Ärzte in der Redaktion der Saale-Zeitung erreichen.

Auf den ersten Blick führt kein Weg mehr heraus. Er scheint alles zu beherrschen. Überall. Immer. Der Schmerz. Betroffene von chronischen Schmerzen fühlen sich oft hilflos, übermannt, gequält. So berichten es die beiden Fachärzte, die am anderen Ende der Leitung sitzen und Betroffenen und Angehörigen ein offenes Ohr bieten wollen. Dafür hat die Saale-Zeitung zum "Aktionstag gegen den Schmerz" eine Schmerz-Hotline eingerichtet.


Wenn der Schmerz bleibt

Dr. Maximiliane Deckart ist Chef-Ärztin in der Schmerztherapie-Abteilung im Helios St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen. Vor drei Jahren hat sie diese spezielle Schmerztherapie in der Klinik aufgebaut. Die Ärztin ist spezialisiert auf Schmerztherapie, Anästhesie, Notfallmedizin und Akupunktur. Neben ihr sitzt Dr. Joachim Harth. Er ist Facharzt für Neurochirurgie und spezialisiert auf Erkrankungen der Wirbelsäule. Bei ihm melden sich Patienten mit chronischen Problemen vor allem an der Lenden- und der Halswirbelsäule. 90 Prozent der Menschen, die bei ihm einen Termin haben, kommen mit Rücken-Beschwerden in die Praxis in Würzburg, erzählt er. Mittlere Altersklasse, alle Berufsgruppen. Patienten, die zuvor bei ihm im Wartezimmer saßen, starten oft bei der Dame eine Therapie, die Anrufe am anderen Schmerz-Telefon der Saale-Zeitung beantwortet.

"Wir wollen den Patienten als Ganzes wahrnehmen", betont die Schmerz-Medizinerin, Dr. Maximiliane Deckart. Es melden sich immer mehr Menschen mit chronischen Schmerzen bei ihr, erzählt sie. Bei der Schmerz-Therapie will sie zusammen mit ihrem Team dem Problem auf den Grund gehen - auf körperlicher und psychischer Ebene. "Es geht darum: Warum geht der Schmerz nicht mehr weg?" Es sei mehr als der ständige Kopfschmerz oder das penetrante Stechen im Rücken - "wir wollen gucken: Was steckt noch dahinter. Alles Körperliche hängt immer mit der Psyche zusammen."


Reflektieren und mitarbeiten

Auf einen freien Platz in der Schmerz-Therapie warten Betroffene etwa ein Vierteljahr. Die stationäre Therapie in der Kissinger Klinik dauert bis zu 14 Tage. Patienten reisen auch aus den umliegenden Bundesländern an, berichtet die Chef-Ärztin. Ob die Therapie für einen Patienen erfolgreich verläuft, hänge besonders davon ab, ob und wie sich ein Mensch darauf einlässt, erklärt die Leiterin der Schmerz-Therapie-Abteilung im Krankenhaus. Zusammen mit ihrem Team will sie mit den Patienten gemeinsam daran arbeiten. Sie erklärt, bestenfalls reflektiert der und fragt sich: "Wer bin ich und wo stehe ich?" Illusionen will Dr. Maximiliane Deckart niemandem machen: "Ich kann es ihm nicht nehmen, aber ich kann ihm helfen, damit besser umzugehen."