Tolle Stimmung herrscht beim zehnten Zeitlofser Zug. Zwischen 4000 und 5000 Besucher könnten es schon gewesen sein, schätzt Organisator Mattias Hauke. Auf jeden Fall waren es Menschenmassen, über die Bürgermeister Wilhelm Friedrich (CSU) von seiner Bühne aus blickt. Friedrich moderiert den Sinntaler Faschingszug nun schon zum zehnten Male, doch noch immer ist das keine Routine. "Ich bin schon ein bisschen aufgeregt", gibt das Dorfoberhaupt zu.

Seit 1995 immer größer geworden
Und dann setzt sich der Zug in Bewegung. Matthias Hauke fährt ganz vorne in einer grünen Zugmaschine mit. Huldvoll reicht er Tütchen voller Popcorn heraus. Die kleine Va nessa steht am Straßenrand und sammelt die Süßigkeiten in ihren Hut. Sogar eine gesunde Bananen-Milch ist dabei.



Wolfgang Wittmann steht etwas abseits. Mit seiner Mega-Brille hat der Rupbodener alles im Blick. "Ich war alle zehn Umzüge dabei", erinnert er sich. Der Sinntaler Fasching fing im Jahr 1995 ganz klein an und hat es inzwischen - im Wechsel mit dem hessischen Altengronau - zum absoluten Highlight der Region gebracht.

Der erste Preis geht nach Kothen
Ob das allerdings immer ohne bilaterale Neidereien abgeht... Da frage einer doch mal die Kothener Feuerwehr. Unter der Flagge "Fluch der Hessen" segelt ihr Piratenschiff durch die Straßen und sahnt gleich den ersten Preis ab. Dicht gefolgt von - wie könnte es anders sein - den Altengronauern. Den dritten Platz erkämpfen die sportlichen Damen der Gymnastikgruppe Zeitlofs mit ihrem Laufwagen. Doch am Steuer sitzt: ein Mann.
Während das Zeitlofser PrinzenpaarPrinzessin Lena und Prinz Frank ein wahrhaft goldenes Paar abgeben, ist die Brückenauer Karnevalsgesellschaft nur mit halber Besetzung unterwegs. Prinz Daniel muss allein der Menge winken. Seine Prinzessin Katharina kuriert zur Zeit eine Erkältung aus. "Wir sind aber guter Dinge, dass sie sich bis zum Faschingszug in Bad Brückenau wieder erholt hat", zeigt sich Dieter Seban, Sitzungspräsident der Bad Brückenauer Karnevalisten, zuversichtlich.